Co - Abhängigkeit

Gefühlschaos und Ängste

Ab dem Augenblick , als mir bewusst wurde das ich als Kleinkind mehr in Krankenhäusern war , als Zuhause und ich spürte das es meiner Mutter nicht gut damit ging, das ich oft an einer Lungenentzündung erkrankte , machte die Trennung von Zuhause und meiner Mutter damals beinahe unmöglich.

Das Gefühl gefangen zu sein , nicht einfach raus gehen zu können aus dem Krankenhaus , immer darauf warten zu müssen das meine Mutter mich besuchen kam , war wirklich Grausam , Ängste und Zweifel hatte ich an jeden Tag wo ich im Krankenhaus lag.

Da konnten mich auch keine Krankenschwestern oder Ärzte beruhigen oder mir irgendwelche Dinge erzählen.

Fürchterlich war es für mich wenn meine Mutter ihren Besuch absagte, ich wusste im inneren meines Herzens warum und wann dies passierte.

Ich hörte immer von meinem Krankenzimmer , das Telefon im Dienstzimmer. Meistens hörte ich schon an der Stimme und daran was gesprochen wurde ob es meine Mutter war oder jemand anderes.

Doch so hatte ich es im Gefühl das es diesmal wieder meine Mutter war, und so ist es. Nur ein paar Minuten später trat die Krankenschwester in mein Zimmer und sagte das meine Mutter noch kommt , – Sie wollte mir nur Bescheid geben und sich nach meinem Befinden erkundigen.

Ich hätte ja niemals gefragt , Fräulein „ Wissen sie ob meine Mutter getrunken hat“?

Spätestens kurz vor 18 Uhr hatte ich dann keine Ruhe mehr , mir ging es in soweit ja wieder gut das ich wenigstens auf dem Krankenhaus Flur laufen durfte. Es war ein langer großer aber heller Flur , an den Seiten jeweils Türen die zu anderen Krankenzimmern führten.

Und oben vor der Ausgangs Tür hing eine Große Uhr mit Schwarzen Ziffern. Ich konnte zwar noch nicht so einwandfrei die Uhr lesen aber ich wusste das meine Mutter meistens dann kam wenn der kleine Zeiger auf die Fünf stand und der Große Zeiger auf die Zwölf

nun war aber der kleine Zeiger bald schon auf der Sechs und ich sah gespannt zur Großen Tür.

Immer wenn die Klinke sich nach unten drückte hoffte ich das es meine Mutter sei. Sie war es aber nicht.

Dann rief die Krankenschwester vom Dienstzimmer aus das es jetzt Abendbrot gäbe und ich mich in mein Zimmer setzen sollte. Ich dachte so bei mir , ich habe so wieso keinen Hunger wenn meine Mutter nicht kommt.

Irgendwie muss ich das doch Laut gesagt haben, und die Krankenschwester hatte Mitgefühl und sagte das meine Mutter bestimmt bald kommen würde , wenn ich derweil etwas esse ist sie ja vielleicht schon da.

Notgedrungen ging ich in mein Zimmer , wo auf einen ausziehbaren Nachttisch Ablage mein Brot auf einem Teller lag.

Die Tür zum Flur blieb offen , ich wünschte es so damit ich meine Mutter höre wenn sie kommt. Mühselig knabberte ich an meinem Butterbrot das mit Käse belegt war , einen Fruchtjoghurt mit Erdbeere und einen Pfefferminz Tee gab es noch dazu.

In Gedanken , das ich Zuhause ganz selten mal einen Joghurt aß , und auch kaum gekauft wurde, hörte ich bei jedem öffnen der Eingangstür den Laut der Fußschritte , wenn es meine Mutter gewesen wäre hätte ich es sofort gehört , wäre von meinem Bett aufgesprungen und würde zu ihr hin laufen und hätte sie erst einmal feste gedrückt.

Es war eine Tortour , immer dieses Warten und was ist dann wenn sie kommt und da ist , ist sie dann Normal oder hat sie wieder getrunken ?

In einem Moment muss ich wohl nicht auf die Türe geachtet haben, ich hörte auch keinen im Flur laufen.

Alle waren jetzt am Abendbrot essen.

Irgendetwas sagte mir , dreh dich um deine Mama ist da.

Oh mein Gott“ Da stand sie , wirklich und sie sagte „Na Engelchen“ und grinste.

Meine Mutter brachte mir ein paar Kekse mit und natürlich Unterwäsche und Nachtbekleidung , aber ich spürte auch das sie wieder mal getrunken hatte.

Sie war so ganz lieb und nett und machte sich die Größten Sorgen um mich und wollte auch noch mit den Ärzten sprechen.

Nur wenn ich traurig wurde , weil sie getrunken hatte und sie mich dann fragte ,

„Was ist denn jetzt schon wieder ?

Freust du dich nicht das ich da bin „ ?

Doch Mama , natürlich – und sagte lieber gar nichts mehr …

Ich war total traurig in mir machte sich wieder Angst breit und ich fragte mich schon jetzt , was ist wenn sie wieder nach Hause fährt hoffentlich schafft sie das auch alleine.

Der Stationsarzt trat in mein Krankenzimmer und sprach in Seelenruhe mit meiner Mutter.

Sie können ihr Kind morgen mit nach Hause nehmen, Ihre Tochter ist soweit wieder Fit und es geht ihr gut.

Aber sie sollte das Antibiotikum noch ein paar Tage nehmen . Und ein Medikament muss sie auf unbestimmte Zeit täglich einnehmen um Asthma Anfällen vorzubeugen.

Dazu sollte sie noch Inhalieren mit Sultanol und Intal

am besten drei mal am Tag für Zehn Minuten.

Das Inhalationsgerät das ich ihnen auf Rezept schreibe kostet sehr viel aber sie bekommen es von der Krankenkasse ersetzt.

Meine Mutter wollte dann unbedingt das ich gleich mitkommen sollte, warum soll ich extra Morgen noch einmal hier her fahren , das ist zu Teuer für mich.

Ich nehme mein Kind auf eigenen Wunsch gleich heute mit , wenn es ihr ja soweit gut geht.

Der Arzt guckte verdutzt , aber hatte weiterhin keine Einwände. Er schrieb noch eben den Arztbrief für den Hausarzt fertig und übergab diesen meiner Mutter , und das Rezept das sie bei der Apotheke einreichen sollte.

Ich war in diesem Augenblick so glücklich das ich nach Hause durfte , wie der Wind packte ich meine Sachen zusammen.

Aber auch mit der Angst , was geschieht wenn ich wieder zuhause bin , wird Mama noch mehr trinken ?

Ich versuchte meine Gedanken auf etwas anderes zu richten, mich zu freuen endlich nach ca. Drei Wochen Krankenhaus Aufenthalt nach Hause zu fahren.

Ich weiß nicht mehr so genau wie wir nach Hause gekommen sind , meiner Meinung nach sind wir mit dem Zug gefahren.

Endlich Zuhause angekommen , packte ich mit meiner Mutter die Sachen aus der Tasche. Zum Glück war es schon zu spät um noch in einem Lebensmittel Laden zu gehen, der auf dem Fußweg vom Bahnhof bis zu unserer Wohnung lag.

Mittlerweile war meine Mutter mit mir wieder umgezogen

Weil unsere letzte Wohnung auch wieder zu klein wurde, wegen mir.

Nun hatten wir eine Wohnung in einem kleinen Viertel , nahe an einer kleinen Stadt dafür keinen Garten und auch keine Freunde.

Und viele ältere Leute und Kinder die herum schreiten auf öffentlicher Straße.

Wenn wir ab und zu mal in die Stadt fuhren , dann mit dem Bus oder wir gingen zu Fuß , es waren so Vier Kilometer.

Heute denke ich , vielleicht war es ein Fehler dort hin zu ziehen schließlich wurde dort erst alles schlimmer, oder hätte uns das auch im Dorf erwartet.

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