Co - Abhängigkeit,  Kinderheim,  Traurig

Der Alltag im Heim

Was passiert mit einer heranwachsenden , die glaubt das sie ihre Mutter niemals wieder sehen darf ?

Und sie spürt das viele gegen Sie sind , und sich ihr gegenüber genauso verhalten.

Es war der reinste Alptraum, ich fühlte mich so verdammt im Stich gelassen. Ich weiß noch was ich fühlte wenn ich von den anderen Heimkindern behandelt wurde als sei ich überhaupt nichts Wert.

Manche hingegen Resignierten einfach nur , sie akzeptierten das ich da war , aber auch nicht mehr.

Wirkliche Freunde fand ich nicht , ob wohl viele in meinem Alter dort waren.

Was habe ich denn nur falsch gemacht ?

Bin ich denn wirklich so anders , als alle anderen?

Ich fragte mich dieses ständig , immer auf der Suche nach der Schuldfrage.

Es wurde wieder wärmer draußen und gelegentlich durfte ich auch auf Dorf oder Volksfesten mit dabei sein.

Es war für mich immer eine willkommene Abwechslung wenn ich raus durfte. Denn sobald ich allein in meinem Zimmer saß umhüllte mich der Schmerz , die Trauer und die Einsamkeit.

Ich lebte so Tag für Tag , fast Stumm

Meine Tränen waren leer und meine Stimme versagte.

Mir war manchmal alles total egal, ich fühlte mich wertlos.

Das aber nicht nur an den Kindern und Jugendlichen lag, sondern auch das die Erzieher irgendwann nicht mehr die Neulinge beachteten wie zu Anfang.

Ich glaube ich habe damals viel Aufmerksamkeit gebraucht, Bestätigung wenn ich etwas gut machte. Bekam ich keine Fürsprache fühlte ich mich schnell ohne irgendein Selbstwertgefühl.

Um so mehr habe ich mich gefreut , als Rita auf mich zukam auf irgendein Volksfest. Und redete mit mir.

Sie fragte mich ganz spontan, ob ich Lust hätte wenn wir gleich ins Heim zurück fahren, ob ich dann meine Mutter anrufen möchte.

Zuerst war ich Sprachlos, ich musste jetzt Schlucken – wie aus heiterem Himmel brachen meine Tränen aus. Sie nahm mich von der Seite in den Arm.

Etwa nur zwanzig Minuten später fuhren wir wieder zurück ins Heim.

Ich konnte es vor lauter Magen kribbeln nicht aushalten, ich war total Nervös und war eigentlich jetzt schon fix und alle.

Ich fragte Rita , ob sie mich auch richtig mit Mama telefonieren lässt, nicht so wie diese Blöden Psychologen in der Psychiatrie die einfach aufgelegt haben. Das hat mich so verletzt damals, und ich hatte Riesen Angst davor, ich wollte unbedingt ungestört mit meiner Mutter telefonieren.

Sie versprach mir , nichts zu sagen und das ich so lange Telefonieren könnte wie ich wollte.

Nach gut Acht oder auch Neun Monaten ,

(so genau weiß ich es leider nicht mehr)

durfte ich zum allerersten mal meine Mama wieder hören.

Mein Herz war ein reiner Presslufthammer, als ich die Nummer wählte 05234 5873….

Als es klingelte , pochte mein Herz noch etwas lauter.

Nach nur fünf mal schellen , kam meine Mutter an das Telefon.

Mama“ ??? ( Ich hab meine Tränen unterdrückt)

Dianchen“?? klang es ganz zaghaft und etwas heißer, kaum hörbar.

Ja Mama ich bin es , – mir geht es gut.

Wo bist du denn nur , ich habe dich überall gesucht, mir ging es eine Lange zeit nicht gut. Ich war sehr krank.

Herr Hammermeister hatte versprochen, das du mich besuchen kommst.

Mama, ich durfte nicht ebenso wie ich einen Brief zu dir schicken wollte, den sie aber nicht abgeschickt hatten.

Nach ungefähr Zwölf Minuten gab mir Rita ein Zeichen, das ich so langsam zum Schluss kommen sollte.

Ich reduzierte meine Worte nur noch auf das wichtigste, denn ich wüsste ja nicht wann ich jemals wieder meine Mutter am Telefon sprechen dürfte.

Am allermeisten war ich darüber unsagbar Glücklich das Mama nicht getrunken hatte. Endlich nach so langer Zeit. Vielleicht ist sie ja jetzt geheilt. Ich hatte die Worte wohl laut ausgesprochen. Rita nickte nur mit ihrem Kopf. Ich nahm sie dann in den Arm, weil ich mich so sehr gefreut habe.

Die darauffolgenden Tage, war ich so überglücklich das mir alles nichts mehr ausmachte auch wenn die anderen Jugendlichen mich nicht beachteten oder mich mit Kleinigkeiten ärgern wollten.

Ich bin einfach Schnurstracks an ihnen vorbei gelaufen, vielleicht sah das sehr Hochnäsig aus , als ob ich auf einmal mit keinem der Heimkinder was zu tun haben wollte, aber ich war in dem Moment einfach wieder mit den Gedanken zuhause und wie schön es doch sein könnte wenn Mama nicht mehr trinken würde.

So begann die Urlaubszeit sowie die Schulferien.

Zum ersten Mal das ich in ein fremdes Land gefahren bin.

Da ich meiner Mutter am Telefon noch gesagt hatte das wir bald in den Urlaub fahren. Und sie mir ganz viel Spaß wünscht.

Und wenn ich wieder kommen würde, könnte man sich bestimmt auch mal treffen. Sogar Rita selbst war es, die dies am Telefon noch mit meiner Mutter besprochen hatte.

Und das ich mich dann schon darauf freute, machte mir den Urlaub um vieles leichter.

Wir fuhren mit zwei Erziehern los in einem Autobus und einem Campingwagen.

Die Reise ging von Flensburg nach Dänemark , von dort aus nach Norwegen und von da aus wieder zurück über Schweden und dann nach Deutschland zurück ins Heim.

Ich muss sagen das mir die Reise sehr gut gefallen hat, und das ich mich erst in dieser Zeit mit ein paar gleichaltrigen Jugendlichen angefreundet hatte.

Wir haben viel gesehen und ich habe das gemacht was ich am liebsten getan habe. Ich glaube das war mit einer der schönsten Zeit die ich dort erlebt habe.

Irgendwann im August als wir dann wieder im Heim waren , und bevor die Schulen wieder anfingen, sollte nun der Tag kommen an den ich meine Mutter zum ersten Mal nach so langer Zeit wieder sehen durfte.

Was ich allerdings nicht ahnte, das bald alles ganz anders laufen würde als ich es erträumt hätte.

Ich Fieberte den besagten Tag entgegen und ich war auch glücklich darüber das meine Oma sogar mit kommen sollte.

Wir , also ich und Rita – meine Oma und meine Mutter , wir sollten uns in Bad Pyrmont treffen, in einem Café.

Nicht direkt in dem Heim.

Wahrscheinlich hatten der Heimleiter die Befürchtung das meine Mutter mich abermals aus dem Heim holen könnte.

Was ja auch gar nicht so abwegig war.

Ein Kommentar

%d Bloggern gefällt das: