Alkoholabhängigkeit,  Co - Abhängigkeit,  Selbsthass,  Traumatische Erlebnisse,  Traurig,  Vergangenheit

Die Vergangenheit (sie holt dich immer wieder ein)

heute erzähle ich euch von mir als ich so anfang 14 Jahre war.

Mit diesem Text, war ein wenig Abstand zu dem letzten Artikel von mir.
Den ich mit der Anweisung meiner Therapeutin geschrieben habe.
Es gibt einen Weg um sich selbst zu schützen bei sehr stark Triggernden Textinhalten.
Und das habe ich so angewandt, sowie heute auch.
Wer mehr darüber wissen möchte kann mich gerne anschreiben.

Heute, in diesem Artikel geht es um etwas, was ich lange Verdrängt hatte und erst vor ein paar Jahren wieder Form angenommen hatte.
Ich erzähle euch heute wieder von mir als ich so 14/15 Jahre alt war.

Bitte lest hier nur Weiter wenn ihr auch wirklich Stabil seid.
Vorsicht dieser Text hat es in Sich und kann sehr stark Triggern.

Bitte passt auf euch auf.

Danke euer Seelenkind

Wenn ich daran zurück Denke , an die Zeit und auch an die Angst die ich empfunden habe zieht es mich runter bis zu dem Anfang dieser Wurzel.
Ich hab ein Gedächtnis wie ein Hochleistungscomputer , wenn ich Flashbacks habe, die ich jetzt mein ganzes Leben lang mit mir herum schleppe… kann ich Automatisch alle Bilder und Erlebnisse sowie Empfindungen dazu abrufen.
Nicht immer bringt das ein Vorteil mit sich.

Februar 1991
Ich war zu der Zeit in der Kinder und Jugend Psychiatrie.
In ein paar Wochen sollte meine Mutter vor Gericht.
Ich wusste nicht wirklich etwas damit anzufangen.
Warum muss meine Mutter vor Gericht? Was hat sie denn verbrochen?
Ich bekam also in den ersten wärmeren Frühlingswochen mit, das meine Mutter das Sorgerecht verlieren sollte.
Meine Mutter kam mich hin und wieder besuchen , sie war nicht ein einziges mal Nüchtern dabei.
Wenn Oma kam , und besuchte mich oft dort dann erzählte ich alles was mir auf dem Herzen lag.
Aber meine Mutter nahm ich immer in Schutz.
Oma sagte einmal ,
„ Dianchen , dein Herz muss so schwer sein wie Blei das du soviel reden musst.
Aber es änderte sich ja nichts.

Die Telefonate mit meiner Mutter wurden auch immer schlimmer , es war bald so schlimm das der Betreuer Peter von der Psychiatrie einfach aufgelegt hat.
Er hat mich damit provoziert, mich geärgert und er wusste mit Sicherheit was es mir bedeutet hat mit meiner Mutter zu telefonieren.
Wenn er aufgelegt hat, weil er gemerkt hat das meine Mutter Sturz betrunken war und.. Es war einfach schrecklich.
Ich hatte Todesangst um sie.. Weil manchmal sagte sie Minuten lang nichts und dann wieder.. Ach mein Engelchen und dann wieder der gleiche Text.. Aber ich konnte auch nicht einfach auflegen, auch wenn es mich zerrissen und zerstört hat.
Ich bin vollkommen ausgerastet und habe geschrien und geweint.
Ich konnte es nicht zulassen , nicht zu wissen wie es meiner Mutter geht.

Es war eine furchtbare Zeit die ich niemals einem Kind wünschen würde.
Grausam.
Irgendwann überlegte ich mir eine andere Taktik Ich hab dann einfach gefragt ob ich ein bisschen spazieren gehen dürfe , ich bin dann aber in das Kinderkrankenhaus gegenüber gegangen wo unten im Eingang ein Münztelefon stand.

Zum Glück hatte ich immer ein paar Groschen dabei.
Es war grausam und fürchterlich das sich meine Mutter nie verabschieden konnte.
Um so schwerer viel es mir einfach den Hörer aufzulegen.

Ich war manchmal so nervlich fertig das ich noch Minuten lang im Krankenhauseingang saß und weinte stumm vor mich hin.
Dann kam der Tag der Gerichtsverhandlung , ich durfte nur einmal kurz meine Mutter sehen.
Eine Betreuerin mit gelocktem roten Haar war mitgekommen , sie versuchte mich andauernd zu beruhigen.
Der Richter sprach mit mir und der Betreuerin vorher in einem kleinen Zimmer.
Ich hab fast nichts gesagt , ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf stand.
Irgendwann war das ganze Prozedere zuende und meiner Mutter wurde das Sorgerecht entzogen, und das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Das hatte nun das Jugendamt Detmold.

Mit der Zeit war es schlimmer geworden , es kamen neue Kinder auf die Station die wüteten den ganzen Tag , und ein Kind lag immer in einer stillen Ecke und fasste sich selbst an den Intimen stellen an.
Und sie rieb sich, bis sie im Gesicht ganz Rot angelaufen war.
Einmal bin ich zum Dienstzimmer gegangen und hab es denen erzählt, es eilten gleich zwei Betreuer raus zu dem Mädchen und schlugen es am Kopf und zerrten es an dem Arm ins Zimmer.
Das Mädchen war höchstens Vier oder Fünf Jahre alt.

Und irgendwelche Kinder beschmierten die Wände der Psychiatrie in ihren Zimmern , mit Farbe und Stiften.
Einige Kinder lagen nach der wöchentlichen Wanne nackt auf dem Boden und warteten auf ihr Abendessen.
Manche die schon essen hatten beschmierten sich damit und warfen mit Brot und Joghurt.
Die Betreuer schienen überfordert und schriehen so dermaßen das ich mich jedesmal erschrocken habe.
Wieder andere Kinder wackekten immer auf ihrem Stuhl, hin und her, hin und her.. Irgendwann gewöhnte ich mir auch diese Verhaltensweise an denn es kümmerte sich niemand um uns.

Die Betreuer waren froh wenn sie uns dann ins Bett stecken konnten.
Es gab nur zwei Betreuer die wirklich nett waren und wo man merkte das es ihnen selbst leid tat wie wir Teilweise behandelt wurden.
Ich kam mir vor als sei ich noch ein Kind von den Normalen unter einer Horde Zombies.

Anfang April kam mich meine Mutter besuchen ,sie war wieder Betrunken. Wir gingen in eine kleine Kneipe (Krümmel) in Detmold.
Dort saß ich auf einer Eckbank , die Kneipe war ziemlich Düster kaum Licht und die Lampen hatten nur so ein Gelbes Schlummerlicht.
Zwei oder drei Männer saßen an der Theke und bewunderten meine Mutter wie schnell sie in Fünfzehn Minuten Bier und Korn alle hatte.
Es mögen so Sechs Bier und Korn gewesen sein.
Irgendwann stand meine Mutter auf und flirtete irgendeinen Kerl an.
Sie redeten ….
Ich sagte „ Mama lass uns wieder zurück gehen , die Stunde ist bald rum!
Der Kerl sagte irgendwas zu meiner Mutter , und meine Mutter lachte daraufhin nur laut los und sagte auf einmal laut „ NIEMALS“

Ihre Blicke dabei die zu mir wanderten werde ich nie vergessen.
Wir gingen wieder zurück , ich hab meiner Mutter noch gesagt das ich es nicht mehr aushalten kann.
Das ich aus der Psychiatrie raus will , das sie mich holen soll.
Meine Mutter ging mit nach Oben so voll wie sie war und erzählte dem Betreuer das sie mich jetzt mitnehmen wolle.
Der Betreuer Telefonierte , nach Zehn Minuten kam er zu meiner Mutter und sagte , das es im Leid täte das er das nicht dürfe.
Meine Mutter schrie rum und sagte , das ich mein Kind immer aus dem Krankenhaus holen kann auf eigene Verantwortung.
Da sagte der Betreuer , sie befinden sich nicht in einem Krankenhaus sondern in der Kinder und Jugendpsychiatrie.

Und das sie das nicht so einfach dürfte , da hätte das Jugendamt etwas mit zu besprechen.
Meine Mutter versuchte mich zu beruhigen, und sagte so „Tja Diana , du hast ja gehört was der Gesagt hat , ich kann dich nicht hier rausholen.
Musst du noch ein bisschen aushalten.
„Tue es für deine Gesundheit“

Ich verstand die Welt nicht mehr – Meine Mutter ging –
Vier ganze Wochen durfte ich nicht zu meiner Mutter und meine Mutter durfte mich nicht besuchen.
Aus einem Bericht vom Jugendamt geht hervor:

Diana ,macht große Fortschritte in den Therapien so wie auch in der Schule.
An schlechten Tagen kommt es bei Diana oft vor das ihr dann alles egal ist , was sie auch zum Ausdruck bringt und sagt.
Hingegen zur Mutter die wir des öfteren versucht haben zu kontaktieren , geht es Frau …….“ !
Hingegen immer Schlechter.

Ein Frühlingstag ging zu Ende, es wurde sehr kühl an den Abenden, Es wurde schon Dunkel als ich mich noch eine Weile in der Stadt aufhalten wollte um zu Telefonieren.

Ich wollte bevor ich zur Psychiatrie zurück kehrte noch einmal meine Mutter sprechen.
In der Fußgängerzone gab es ein Behinderten Telefon.
Dort hin ging ich , irgendwie war auf den Straßen kaum noch etwas los – die Geschäfte hatten gerade zu gemacht.
Hinter mir hörte ich aus der Ferne Fußschritte die immer Näher kamen.
Ich versteckte mich in den Häuser Nischen in der Dunkelheit , ich hatte Angst.
Die Schritte zogen an mir vorbei und ich rannte so schnell ich konnte zur Telefonzelle.
Gerade als ich den Hörer abnehmen wollte , ging die Tür der Telefonzelle auf…..
Ich drehte mich schnell um mit dem Hörer in der Hand schon fast am Ohr.

Es war als hätte ein Geist vor mir gestanden. Ich hatte bisher in meinem Leben noch nie sowas abartiges und boshaftes erlebt.
Es stand ein Mann vor mir , der Roch als würde er in einem Parfümladen arbeiten.
Mit seinen Händen hielt er sein Mantel auf , darunter war nichts an Kleidung zu sehen.
Ich traute mich nicht nach unten zu schauen. Aber im Gesamten Blickfeld konnte ich erkennen das der Mann total Nackt war.
Ehe ich mich versah , spürte ich einen Dumpfen Harten Schlag auf meinem Kopf.
…..Meine Augenlider waren so schwer , sie taten weh.

Aber nicht nur das, sondern auch meine Hüfte und mein Becken meine Arme und Beine.
Ich wollte schreien vor Schmerzen , aber irgendetwas hinderte mich daran.
Ich war Stumm. Ich bekam nicht ein Wort raus.

Als ich erst einmal um mich blickte und erkannte wo ich war, in der Toilette des Kümmels,
hörte ich laute Schritte auf einmal Platzte die Tür auf und ein etwas dickerer Mann stand vor mir , bückte sich – zog mich brutal an den Arm und schliff mich mit aller Gewalt nach Draußen auf den Gehweg.
Ich lag da auf dem Gehweg und konnte mich vor Schmerzen nicht mehr bewegen, der Mann schrie mir nur noch hinterher
„Scheiß Junkies„ Es fing an zu regnen , der Regen wusch mein Blut das am Körper schon fast festklebte fort.

Ich blutete überall, mein Gesicht fühlte sich Dick an.. Meine Augen kaum konnte ich aus ihnen sehen. Meine Arme waren aufgeschlitzt und ich blutete unten im Genitalbereich. Ich hatte Grausame Schmerzen die mich nicht mehr hoch kommen ließen.
Mit Mut und aller Gewalt kroch ich auf allen Vieren auf dem Gehweg entlang.
In mir war es Düster , Leer es war Dunkel und die Frühlingsnächte waren noch sehr kalt in der Nacht.
Ich weiß nicht mehr was geschah ich wusste auch nicht wie Spät es war.
Ich wusste gar nicht mehr wer ich überhaupt war.
Irgendwie musste ich es nur schaffen bis ins Kinderkrankenhaus zu kommen.
Das wusste ich.
Es war keine Menschenseele auf der Straße, nur ein paar betrunkene Jugendliche machten sich ein Scherz aus mir und lachten und sagten dumme Dinge.
Ich war ganz leise und rief immer wieder nach „Hilfe, Hilfe bitte hilf mir jemand.

Im Kinderkrankenhaus hatte ich Vertrauen zu einem Stationsarzt gefunden als ich dort vor der Psychiatrie eingewiesen wurde.
Zu ihm wollte ich unbedingt.

Immer wieder fiel ich in mir zusammen.
Ich weinte und wimmerte
Die Schmerzen machten mich Müde.
Ich konnte mich noch nicht einmal aufrichten so weh tat mein ganzer Unterleib.

Ich weiß heute nicht mehr wie ich es geschafft habe.
Ich weiß nur das ich ins Krankenhaus rein gekrochen bin und habe das erste Mal richtig geschrien als ginge es um Leben oder Tod.
Eine Krankenschwester kam sofort und ich hielt ihren Arm und sagte nur , das ich den Gewissen Arzt von der Station 3 Sprechen möchte , sonst niemand anderes.
Es dauerte nicht lange als Er kam.
Ich lag Blut überströmt und durchgenässt bis auf die Haut auf dem Krankenhaus Foyer.

Mein Gott „Sagte er „ Was ist denn passiert , nach einer Weile sagte er.
Was für ein Mensch tut so was ?
Ich fiel in eine Bewusstlosigkeit, alle Kräfte haben mich dann verlassen.
War ich nun in Sicherheit?

Ich spürte wie sich mein Geist von mir abwandte und zurück blieb nur noch eine Hülle mit leeren Augen.
Ich konnte mich beinahe selber sehen wie ich auf einer Liege lag.
Und Ärzte sich um mich herum versammelten.

Kaltes Metall spürte ich an meinem Körper.
Ich konnte mich zwar noch bewegen , aber ich konnte mich nicht losreißen.
Ich war an Armen und Füßen Festgeschnallt.
Ich lag auf einer Liege in einem grünen langen Hemd.
Ich wusste nicht mehr was los war, meine Augen brannten fürchterlich.
Mein ganzer Körper fühlte sich schwer und heiß an.
Ich erkannte nicht einmal wo ich war , ich hatte fürchterliche Große Angst.
Die grellen Lampen an der Decke flackerten.
Ich kam mir mehr vor als wie in einem Gruselfilm.
Jemand wollte mich mit einem Skalpell aufschneiden.
Und immer wieder diese schlimmen Stöße… Es tut weh, einfach nur weh.

Seele spaltete sich vom ich..
Ich war in dem Moment nicht mehr ich.
Meine Angst wurde von mal zu mal größer , ich versuchte mich irgendwie von den fesseln zu lösen.
Immer mehr und immer heftiger.
Vor lauter Angst fing ich an zu schreien.
Lauter , immer Lauter ich weinte und schrie.

Dann wachte ich plötzlich auf.
„Hey kleines „ Wie geht es dir ?
Bist du wach ?

Ich fragte , Habe ich geträumt ?
„Ja du hattest einen schlimmen Albtraum.“

Sofort schaute ich zu meinen Armen und Füßen die nicht gefesselt waren.
Ich lag in einem Normalem Krankenhauszimmer.
Darin war ein großes Fenster , wenn man raus sah konnte man einen kleinen Spielplatz sehen.
Und ein paar Bäume.
Es fiel also genug Licht in das Zimmer.
Und ich konnte die Person erkennen die mich ansah und mich lieb anlächelte.
Es war Der Stationsarzt ……

Diana „Du musst jetzt sehr Tapfer sein, weist du noch was dir passiert ist?.
Wenn du was weist musst du das der Polizei sagen die gleich zu dir kommen wird.
Irgendwie war ich total benebelt ich hatte noch nicht einmal große Schmerzen.
„Ich sagte , Nein – was soll passiert sein ? Warum bin ich eigentlich hier und nicht drüben in der Psychiatrie.

Der Arzt sagte mir dann das ich beinahe Blutüberströmt mit vielen Verletzungen und mit zerrissener Kleidung ins Krankenhaus gekommen war.
Auf allen vieren soll ich gekrochen sein bis ich schließlich bewusstlos wurde.
Die Ärzte setzten mich unter Beruhigungsmitteln , erzählte er mir.
Und untersuchten mich an alle Körperstellen.
Ich hatte viele Prellungen , Knochenbrüche, Schwellungen und Verstauchungen.
Es musste an einigen Stellen auch genäht werden.
Er sagte dann zu mir das alles wieder gut wird und ich diesen Tag schnell vergessen sollte.

Aber ich wusste ja nicht mal mehr was geschehen ist , Ich wusste auch beinahe nicht mehr wer ich war.
Ich hatte riesige Angst.

Dann.
Zwei Polizisten betraten das Zimmer und fragten den Arzt , wie es mir geht.
Ich hab im halbwachen Zustand mitbekommen wie der Arzt zu den Polizisten sagte :
Es muss ihr schreckliches widerfahren sein. Wir haben sie in der Gynäkologie untersucht das Ergebnis wird uns noch Mittgteilt.
Dennoch war an der Kleidung und am Körper, Sperma von bestimmt mehreren Ergüssen.
Überall Wunden , und Knochenbrüche hat das Mädchen !
Sie ist Traumatisiert , wir wissen nicht was sie genau erlebt hat und ob sie darüber sprechen wird.

Sie wurde doch gerade mal vierzehn Jahre alt , noch ein Kind das ohnehin schon kein leichtes Leben bei ihrer Mutter hat und dazu auch noch sehr krank ist.. das erst versucht hat im Leben ihren Platz zu finden.
Wir wissen nicht in wieweit sich das Kind in der Sozialen und Emotionalen Ebene entwickeln wird.
Nach diesem Schrecklichen und Widerwärtigen Vorfall sagte der Arzt.

Ich hab das alles so in etwa mitbekommen.. Ich hab so getan als wenn ich ganz tief schlafe, dabei war ich zwischendurch immer mal wieder wach.

Ein Polizist drehte sich zu mir und sah mich an, meine Augen waren so schwer das sie immer wieder zu fielen.
„ Hallo „ Wer bist du und wie alt bist du ?
Er nahm meine Hand , ich schrak sofort zurück und fing an zu weinen.
Du musst keine Angst haben , wir sind auf deiner Seite – wir wollen dir nur helfen.
Sag uns doch mal bitte wie du heißt und wie alt du bist.
Ich stammelte und weinte ich hatte so große Angst.
Ich bin Diana bald bin ich Fünfzehn.
„Oh sagte der Polizist. „ Wann hast du denn Geburtstag ?
Am 13.1 sagte ich. “ Na ein bisschen Zeit hast du dann ja noch ,zwinkerte er mir zu.
Der Polizist zögerte nicht lange und stellte weitere Fragen.
Ich weinte ,
Was ist dir denn passiert , wo bist du gewesen und woher kamst du ?
Hat dich jemand geschlagen , hast du die Person erkannt die dir weh getan hat?
Ich sagte nur das:

Ich ging in eine Telefonzelle , ich wollte meine Mama anrufen , meine Mama die ich so sehr liebe – meine Mama , „Der Arzt der dabei war „ Beruhige dich ….bleib ganz ruhig“.

Mir flossen die Tränen vom Gesicht.
Der Polizist beugte sich zu mir und jetzt sprach ich ganz leise.
„Da kam ein Großer Mann und machte die Tür auf .
Und er hielt mir sein Geschlechtsteil vor die Nase.
Ich hatte solche Angst , aber als ich anfangen wollte zu schreien bin ich erst hier wieder aufgewacht .
War es ein Traum ??? Fragte ich.
Die Polizisten sagten , nein „ Es war kein Traum“ Manche Menschen sind Grausam und unsere Aufgabe ist es diesen Grausamen Menschen ausfindig zu machen und ihn zu bestrafen, für das was er dir angetan hat.

Meine Augen fielen zu.
Ich konnte nicht mehr.

Mitten in der Nacht kam eine Krankenschwester zu mir und wechselte die Infusion aus.
Sie sagte mir das man Nebenan in der Psychiatrie angerufen hätte und das ich erst in ein paar Tagen wieder dort hin könnte.
Zwei Tage später kam dann die Psychologin und holte mich persönlich ab.
Mir blieb noch im Ohr das ich dem Arzt gesagt habe „ Bitte , Bitte ich hab solche Angst das ich jetzt meine Mutter nie wieder sehen darf. Bitte sagen sie nichts den Psychologen und Betreuern von drüben.

Ich schäme mich so, das darf niemand erfahren , was mir passiert ist… So langsam bekam ich ein Gefühl dafür was passiert sein musste.. Aber das ganze Ausmaß und was genau alles passiert war sollte erst viele Jahre später wieder an die Oberfläche kommen.

Ich dachte wenn die das alles vom Arzt wissen dann lassen die mich da nie wieder raus.
Der Doktor gab mir seine Hand und zwinkerte mir zu und sagte das nur er und die Polizei davon wüsste und die Ärzte die mich untersuchten.
Es aber einerseits wichtig wäre das alle Bescheid wissen damit der Täter gefasst werden und dir geholfen werden kann.
Ich schrie „ Nein das dürfen sie nicht , Bitte geben sie mir ihr Versprechen.
„ Ja gut , Ich verspreche es.

Er hatte das Versprechen gebrochen , denn er musste den Psychologen die Wahrheit über mich sagen.
Die Psychologin schob mich mit einem Rollstuhl rüber, in die Psychiatrie.
Alle Kinder guckten sehr komisch, man brachte mich erst mal in mein Zimmer.
Ich konnte nicht viel machen denn mein Bein und mein Arm lag in Gips.
Ich trug eine Halskrause und
um den Kopf trug ich eine Art Helm.
Ich rollte mit dem Rollstuhl in Richtung Bad und sah mich im Spiegel an.
Mein Gesicht war beinahe nicht wieder zu erkennen.

Überall waren dort Schnitte in meinem Gesicht , Aufgeplatzte Wunden von Schlägen, wahrscheinlich .
Ich fing an zu weinen und sackte in mich zusammen.
Nach einer Weile fuhr ich zum Flur hinaus , das mit einer Hand schon Recht mühsam wahr besonders wenn man um die Ecke fuhr.
Ich hatte immer noch Schmerzen.
Ich fragte eine Betreuerin ob ich meine Mutter anrufen dürfte.
„Sie sagte ja warte bis nach dem Abendbrot dann kannst du sie anrufen.
Ich konnte beim Abendessen kaum was herunter bekommen.
Ich hätte das Telefonat mit meiner Mutter am liebsten hinter mir gehabt.
Die Milchsuppe die es noch zum Abendbrot gab , erbrach ich gleich danach wieder.
Mit ihr auch die Tabletten die sie mir in einem extra Schälchen gaben.
Zum Glück hat niemand mitbekommen das ich diese Mahlzeit erbrochen hatte.

Ein Paar Minuten später konnte ich dann alleine ins Dienstzimmer gehen und meine Mutter anrufen.
Niemand war dabei , es war so gut das ich das durfte ohne das jemand dabei war der mir Druck machte.
Ich wählte die Nummer , und es läutete ….Niemand ging ran.
Ich versuchte es immer und immer wieder bestimmt über Dreißig Minuten lang , Ich zitterte…
Ich hatte riesige Angst , die Betreuerin schaute in das Dienstzimmer und kam herein.
„Hast du noch niemanden erreicht ? Ich sagte Nein , ich weiß nicht was los ist warum sie nicht dran geht. Ich mach mir so Große Sorgen.
Nein , Mach dir keine Sorgen , Deine Mutter weiß schon was sie tut ich versuche es heute im Laufe des Abends noch öfter bei ihr und wenn ich sie erreiche dann hole ich dich okay ?
Nichts wusste sie , wenn Mama zu viel getrunken hatte , wusste sie nämlich nicht mehr was sie tat aber das wusste ja auch keiner.
Nur ich wusste das !
Aber ich wahr schon mal sehr froh das sie es weiterhin versuchen wollte.
Gegen Einundzwanzig Uhr hielt ich es dann nicht mehr aus, ich sagte zu der Betreuerin das sie öfter anrufen muss , das Mama wach wird wenn sie schläft.
Bitte rufen Sie an , Bitte jetzt und alle Fünf Minuten.
Die Betreuerin rief zwischendurch immer mal an , aber sie ließ es auch nie lange klingeln Zuhause , wie sollte meine Mutter so schnell auch ans Telefon kommen wenn sie gefallen war.
Dann war die Nachtdienst Übergabe , die fast eine ganze Stunde dauerte.
Ich wartete auf dem Flur vor dem Dienstzimmer das die da drinnen endlich aufhörten zu reden und meine Mutter anrufen.
Ich ging beinahe kaputt vor Sorge ich dachte bald ist alles zu spät.
Im Moment vergaß ich alles um mich herum nur noch meine Mutter war jetzt wichtig.
„Großer Gott im Himmel „ Bitte lass sie anrufen und lass Mama ans Telefon gehen.

Kaum zu ende gedacht , öffnete sich die Tür vom Dienstzimmer.
Die Nachtwache sagte das sie gleich noch ein mal bei meiner Mutter anrufen würde.
Ich hoffte und betete das meine Mutter ran geht.
Alle anderen Betreuer Verabschiedeten sich und ich musste draußen warten.
Dann rief sie an und ließ lange klingeln.
Ich tippelte mit einem Bein das aber noch sehr schmerzte , jedoch für diesen Moment ausgeblendet war.
Sie ging nicht ran. Die Betreuerin sah das ich sehr aufgeregt war und kam zu mir.
Du musst jetzt ins Bett gehen , es ist schon nach Zweiundzwanzig Uhr.
Ich wollte aber nicht.
Dann wurde sie lauter und etwas zynisch „Doch du musst“ Ich werde es nachher noch mal versuchen und wenn ich sie erreiche sage ich es dir Morgen früh.

Man legte mich ins Bett und deckte mich zu.
Im gleichen Augenblick hörte ich das Telefon aus dem Dienstzimmer schellen.
Ich bangte darauf das es meine Mutter ist.
Die Betreuerin schloss die Tür ….Die Dunkelheit machte mir Angst aber ich wartete darauf das die Betreuerin eintreten würde und mir sagt der Anruf wäre von meiner Mama gekommen.
Doch es war nicht so …
Ich schrie laut, bis die Nachtschwester eintrat…
„bitte lassen sie die Tür auf, bitte ich hab Angst.

Nein, die Türen müssen zu und knallte sie fast wieder zu.
Die ganze Nacht lag ich wach ,nur zwischendurch schlummerte ich immer wieder mal ein.
Aber sobald ich ein Geräusch hörte war ich wieder wach.
Irgendwann gegen Vier Uhr Nachts rief ich die Nachtwache um mir bei der Toilette behilflich zu sein.

„ Hast du geschlafen“ ? Nein habe ich nicht , war meine Antwort!
Du musst dir keine Sorgen mehr machen, wir haben deine Mama erreicht.
Sie war Zwei Tage bei deiner Oma zu Besuch.
Sie wollen dich beide bald besuchen kommen , hat sie gesagt.
Was für welche Worte , Ich war in diesem Moment Glücklicher als jedes andere Kind auf der Welt.

Ich war Gott so unendlich dankbar.
Und ich freute mich so über diese Nachricht das alles andere um mich herum unwichtig und nicht schlimm vorkam.
Dann legte sie mich zurück in mein Bett , Die Betreuerin deckte mich zu und schaute ob der Helm noch richtig saß.
Dann sagte sie , Schlaf schön kleines du brauchst jetzt viel Ruhe und Schlaf.

Noch mal fragte ich jetzt eine andere Nachtwache
ob man die Tür ein Spalt breit auflassen könnte damit Licht vom Flur hinein fiel.
Ja das mache ich , aber nun schlafen
„Ja Okay.“!

In der ganzen Zeit als ich dann wieder bei meiner Mutter war, als ich vom Jugendamt ins Heim entführt worden bin hab ich das alles verdrängt.
Ich träumte nun Nachts noch schlechter und hatte fürchterliche Alpträume.
Irgendwie verändere mich diese Ungewissheit und das Wissen das was passiert ist.
Die Ärzte wollten es mir nicht sagen.

Bis soetwas ähnliches im Fernsehen zu sehen war und ich auf einen Schlag wusste was passiert war.
Dann brach ich zusammen und hatte den ersten Dissoziativen Krampfanfall.
Es war 22 Jahre später als ich erfuhr das man sich mehrfach an mir vergangen hat.
Das man mich brutal zusammen geschlagen hat.
Das der Täter sich mit einem Messer an mir aufgeilte
Die Erinnerungslücken füllen sich nach und nach.

Puhhh.. Ich seh die Bilder vor mir
Es wird Zeit aufzuhören zu schreiben.. Aber ich will es loswerden für all diejenigen die ähnliches erlebt haben.

Für all diejenigen die auch geschwiegen haben

Es ist nicht gut zu schweigen, heute weiß ich es.
Es war der Mann aus der Kneipe, er wohnte wohl über der Kneipe nach dem er sich über mich quasi ergossen hat und… Sorry ich kann es doch noch nicht sagen.

Es ist zu schlimm, es reißt mir nur gerade das Herz raus
Er nahm mir alles… Mein ich.. Meine Seele, mein Körper
Ich war damals nur noch Haut und Knochen ich wäre beinahe drauf gegangen.
Die Wunden sie heilen nach ein paar Monaten und Wochen ab.. Aber die innere Wunde ist noch immer ganz frisch.
Ich hoffe ihr versteht das ich jetzt nicht weiter in die Tiefe gehen kann..
Ich muss mich jetzt gerade selbst schützen.

Aber wahrscheinlich wisst ihr schon längst was dieser Mensch mir angetan hat.
Leider habe ich so lange verdrängt, wenn ich nur etwas früher darüber reden hätte können und wenn diese Amnesie nicht gewesen wäre.
Dann wäre dieser Mensch, der kein Mensch mehr war im Gefängnis auf Lebenszeit anstatt das er sich mit einem Strick auf dem Dachboden aufgehängt hatte, wie ich erst Jahre später von der Polizei erfuhr.

Gerade fühle ich mich ein wenig wie damals.. So leer. Ich hoffe nur es zeigt der Welt das es Dinge gibt die Menschen tun, die ein Kind niemals verkraften wird.

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