Alkoholabhängigkeit,  Co - Abhängigkeit,  Traumatische Erlebnisse,  Vergangenheit

Gedanken zum zweiten Advent

Nun sitze ich hier alleine…
Die Weihnachtsbeleuchtung lässt mich träumen von vergangenen Tagen.
Im Fernsehen läuft irgendein Film damit es nicht so still ist.
Der Schnee liegt und Weihnachtliche Gefühle kommen auf.
An die Kindheit die nicht immer eine war.
Oft war diese Zeit mit Schmerz und Traurigkeit bedeckt.
Meine Mutter meinte immer sie macht alles gut!?
Sie machte mir mit winzigen Dingen Große Freude.
So erinnere ich mich mit Liebe im Herzen als sie an einem kalten Verschneiten Wintertag eine Tafel Milka Schokolade auf die Fensterbank legte und das Fenster auf Kipp stellte.
Sie sagte mir dann das Das Christkind die Schokolade gebracht hatte…
Wenn ich so überlege war ich ein Kind das nie Ansprüche oder gar Wünsche gestellt hat.
Ich war glücklich wenn es meine Mutter auch war.
Und nicht wieder in ihre alten Muster verviel
Als ich noch klein war trank meine Mutter auch schon Bier und Korn aber ich denke das ich es noch nicht so gemerkt habe.
Erst als ich älter wurde spürte ich wie sehr sie dem Alkohol schon verfallen war.
An diese Heiligen Abende kann ich mich nur zu gut erinnern..
Sie tun auch heute noch weh sobald ich daran denke.
Ihre Blicke ihre Wut und diese Unzufriedenheit und das was sie mir auch ohne Worte vermittelte setzt sich heute genauso fest wie damals.
Wie ein Messer im Herzen.
Auch wenn ich heute weiß das sie auch anders sein kann.
Diese Bilder verschwinden einfach nicht so sehr ich das auch möchte.
Meine Mutter trank immer aus Angst…
Angst und Panik
Sobald die Angst nachgelassen hat trank sie wieder weniger und letztendlich seit 5 Jahren nicht mehr.
Ihre Art die sie durch den Alkohol bekommen hat, ist das was von dem noch übrig geblieben ist.
Meine Mutter ist im Kern, Herzensgut lieb und offen.
Vieles hat der Korn zerstört er hat uns beide kaputt gemacht..
Es gab eisige Nächte voller Tränen und Todesangst.
Verzweiflung, Verrat und Missachtung
Manchmal glaubte ich nur noch ein Schatten meiner selbst zu sein.
Die ganze Prozedur mit einem Alkoholiker den man von Herzen liebt habe ich 36 Jahre mit gemacht mit allen Facetten und Erlebnissen.
Ich wäre bald selbst drauf gegangen.
Ich habe die Kurve bekommen ich hatte die Kraft und die Macht und all dies liegt nur an einem selbst ganz allein..
Egal was andere sagen, ich war und bin immer für sie da gewesen so wie heute.
Sie ist meine Mama die ich über alles liebe in dieser beschissenen Welt
Ich werde sie immer lieben egal was sie auch getan hat.
Was sie mir angetan hat
Ich habe ihr verziehen aus Liebe.
Ich habe verziehen weil ich weiß wie schnell man Suchtkrank werden kann
Und was einem dazu bewegt zu trinken.
Alles vergessen zu wollen.
Weil die Schmerzen im Herzen und in der Seele unerträglich sind.
Weil die Angst einen auffrisst von innen nach außen.
Weil man sich wie starr und leblos fühlt.
All das sind die Dinge die Die Alkoholsucht voran getrieben haben.
Ich hab gesagt
Mama trinkst du jetzt weiter, oder sollte ich merken das du wieder trinkst
So weh es mir auch tut.
Ich muss den Kontakt abbrechen
Es bleiben mir nur zwei Möglichkeiten
Entweder ich verlasse dich weil ich nicht mehr kann.
So schlimm es auch für mich ist.
Oder wir würden beide gemeinsam untergehen.
Ich wache aus diesem schrecklichen Tagtraum auf ich entsinne mich das Dass alles vorbei ist.
Aber das was gewesen brennt sich in deine Seele..
Die Blicke, die Tränen die Wut die Angst
Sie wird dich immer begleiten.
Es verändert dein Leben dein Verhalten und dein Verstand.
Die Seele hat diesen einen Bruch den man nicht mehr loswird, diese Verzweiflung und Das Vertrauen.
Vertrauen ist das schlimmste von alle dem
Wie oft hab ich vertraut und jedesmal wurde es gebrochen.
Jedesmal.
Jetzt sitze ich hier mit meinem Gedanken ganz alleine.
In mir breiten sich Tränen aus, die nicht nach außen hin kommen können.
Ganz tief in meiner Seele bin ich so sehr verletzt.
Das kleine Kind.
Das die Liebe suchte, und auf dem Weg dahin sich mehr Steine in den Weg bahnten als erst angenommen.
Heute bin ich erwachsen und weiß viel wie ich mit dieser Tragödie umgehen kann.
Damals war ich einsam und allein.
Das bin ich zwar heute auch…
Aber das kleine Kind in mir ist gewachsen und ist Stark geworden.
Deswegen zählt für mich kein Reichtum
Keine Oberflächlichkeit
Kein Neid
Kein Hass, keine Gewalt
Weil ich die Hölle auf Erden gesehen habe
Weil ich durch Dreck und Schmutz her gelaufen bin
Weil ich tief gefallen war und doch wieder auferstanden bin.
Weil ich mir alles was ich kann selbst erkämpft habe
Weil ich überleben musste und wollte
Weil ich weiß was im Leben, Sinn hat und macht
Weil es auf ganz andere Dinge ankommt im Leben
Weil es wirklich wichtig ist das du niemals vergisst was und wer du wirklich bist.
Egal wie schlimm es im Leben kommen mag es ist wichtig zu seinen Worten zu stehen und sich selbst treu zu bleiben.
Nach all den Tränen sehe ich nun klarer
Es hat einen Sinn
Alles hat einen Sinn.
Wenn wir ihn auch nicht immer gleich erkennen
Es kommt der Tag, da wirst Du es.
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