Selbstbetrug

Selbstbetrug

Mache ich mir etwas vor, oder haben sich meine Prioritäten verschoben?

Damals war es mir unheimlich wichtig unter Leute zu sein.

Spass zu haben und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Das zu tun was ich lange nicht durfte.

Einfach Leben.

Aber irgendwie ist jetzt alles anders geworden.

Ich traue den Menschen nicht mehr, denn die ich kannte haben mich aus einzigen Grund gekannt, meiner Großzügigkeit.

Irgendwann muss dieser Bruch passiert sein, das ich nicht mehr die Frau bin die ich einmal war.

Wenn ich daran zurück denke wie Chaotisch und Lebendig ich war.

Und heute ziehe ich es vor Zuhause zu bleiben, einen guten Film anzusehen.

Zeit mit meinem Hund und meinen Mann zu verbringen.

Heute sind mir andere Dinge wichtiger.

Ich steh nicht mehr auf Trubel, Jubel, Heiterkeit.

Partys, Pömbs und Posaunen.

Ich dachte ne Zeit lang das mir das Fehlen würde.

Aber irgendwie war zwischen der letzten Party und dem Jetzt und Hier zuviel Zeit vergangen.

Vieles in mir wurde zerstört und kam nicht mehr zurück.

Mein Körper wollte aufgeben, ich spürte die Zeichen ganz deutlich.

Und meine Seele, zog sich immer mehr in eine Schwarze Hülle, wie durch einen Bann angezogen, entfernte sie sich immer weiter von mir.

Ich spürte selbthass, weil ich nicht wusste wie ich mich aus dieser Lähmung befreien konnte.

Ich gab mir selbst die größte Schuld für meine Misere.

Wenn ich nur stark genug gewesen wäre, hätte ich mich befreien können und einfach gelebt.

Es hat so unendlich lange gedauert bis mir bewusst wurde, daß ich nicht allein die Schuld trage.

Sondern den Umstand der Erziehung, die aus mir einen ängstlichen Hasen gemacht hat.

Und die vielen Situationen, als Kind wo ich oft sehr einsam und allein war.

Vieles wiederholte sich jetzt.

Auch wenn, mit einer anderen Konstellation.

Meine Mutter bekam die Diagnose Mittelgradige Demenz.

Alles wühlte mich wieder auf, ich bekam sogar ein kleines bisschen Wut auf sie.

Konnte ich denn nicht einmal mein eigenes Leben, leben. Ohne das man mir immer und immer wieder hinein pfuscht.

Dann Resignierte ich, ich akzeptierte und hoffe das beste.

Ja ich habe Angst, vor dem Tag wo mich meine Mama vielleicht nicht mehr erkennen wird.

Aber ich sage mir, insgeheim hab ich es schon geahnt.

Wenn nicht Korsakow, dann Demenz.

Irgendwas war anders.

Nicht der selbe Mensch wie Damals, aber auch nicht viel anders.

Es ist Hart, besonders dann wenn man selbst ein Pflegefall ist. Irgendwie muss ich Funktionieren, für meine Mutter und meinen Mann.

Es würde nichts bringen, zu sagen das ich das nicht mehr schaffe.

Weil es nie wirklich ankommen würde.

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