Co - Abhängigkeit,  Kinderheim

Der Alltag im Heim Teil 3

 

So langsam war nun der Alltag wieder eingekehrt und ich bin jeden Morgen in die Schule gefahren.

Wenn man dann Mittags gegen Vierzehn Uhr zurück kam , gab es Essen in einer Warmhalte Vitrine.

Wie man es aus Großküchen kennt.

Nach dem Essen , wurden meist Hausaufgaben gemacht und ich hatte das Glück das ich nie viele Aufgaben auf hatte.

Zumindest erinnere ich mich daran nicht mehr so gut.

Ich weis nur das mir die Schule dort wirklich Spaß machte und das ich mich in ein Paar Fächern verbessern konnte.

Wie zum Beispiel in Physik und Chemie , da bekam ich sogar eine Eins.

Politik , Erdkunde und Biologie hatte ich eine Zwei , aber war auch ganz Zufriedenstellend.

Nur in Mathe und Deutsch war ich bei einer Drei.

Aber dennoch habe ich weiterhin mein bestes gegeben.

Englisch wurde nicht unterrichtet obwohl ich es gerne gelernt hätte.

So habe ich mir Englisch , aber (gebrochen) selbst bei gebracht.

Ich habe mich sehr viel mit Büchern beschäftigt und war auch sehr gerne in Schulbibliotheken.

Ich hatte schon immer einen Großen Wissenshunger. Aber Zuhause hatten wir nicht das Geld um uns Bücher zu kaufen , außer natürlich die Schulbücher die ich auch gern schon las bevor das neue Schuljahr begonnen hatte.

Im Heim kehrte Ruhe ein , die Kinder und Jugendlichen ließen mich in Ruhe und ich hatte meinen Frieden.

Dafür gab es wieder neu Ankömmlinge die sie ärgerten.

Ich habe mich weiten teils daraus gehalten.

Ich war damals eher noch sehr schüchtern und Zog mich oft zurück.

Ich freute mich immer wenn Rita , ihren Dienst antreten musste.

Ich mochte sie lieber als alle anderen.

Irgendwann geschah es aber , das Rita nicht da war und nur Sylvia mit noch einem Erzieher.

Genau an diesem Tag rief meine Mutter an.

Ich war gerade dabei meine Hausaufgaben fertig zu stellen, als im Flur das Telefon läutete.

Ich wahr hinterher nur froh das kein anderes Kind den Hörer abgenommen hat.

Ich ging an das Telefon , es war ein dunkel Grünes Wandtelefon.

Ich sagte „ Ja , hier Schrappmühle Aerzen , Diana am Apparat ?

Diana , ? Bist du das etwa ?

Erstaunen machte sich in mir breit, „Mama“ Bist du das?

Ja , und du bist es Dianchen, das ist ja schön das ich dich gleich dran bekommen habe.

Ich sagte ihr aber gleich das es nur Zufall , gewesen ist das ich gerade unten war. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl das sie es nicht wirklich verstanden hatte.

Außerdem wirkte sie irgendwie abgelenkt.

Sie Fragte mich etwas und wiederholte es ein paar mal.

Meine Gedanken, kreisten in diesen Minuten um das eine Thema.

Das darf doch nicht wahr sein, ich dachte endlich es wäre vorbei.

Mama „ Bitte du fragst mich jetzt zum dritten male.

Was ist los mit dir,

Sie antwortete schnippisch und arrogant , wie ich es ja eigentlich kannte.

Ach ich freu mich dich zu hören, du dich nicht ?-

dann lege ich wieder auf.

Nein Mama , bitte – klar freue ich mich, sehr sogar

Von der anderen Seite ertöne ein lautes und bestimmtest

ABER“???

Nichts , Mama ich hab dich lieb.

Wir redeten noch ein paar Minuten, es fiel mir wieder schwer mich zu verabschieden. Aber es gelang mir , denn ich hatte Angst wenn jemand von den Erziehern kommt das ich dann wieder einfach auflegen muss , so wie damals in der Psychiatrie.

Obwohl mir ja Rita versprochen hatte, das sie allen Bescheid gibt das niemand auflegen soll wenn meine Mama anruft.

Sie fand die Methoden in der Psychiatrie ebenso wenig Vorteilhaft.

Nun stand ich da , mit Tränen im Gesicht, wieder alle Hoffnung im Wind zerschlagen.

Warum muss sie mir das antun, musste sie unbedingt wieder trinken.

Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Ich war fix und alle , total am Ende.

Von jetzt an war mir wieder alles egal.

Ich ging nach Oben in mein Zimmer und kam noch nicht mal zum Abendessen runter.

Anstatt dessen biss ich mir wieder in den Handrücken, das erste mal nach so langer Zeit.

Ich konnte diese Gefühle kaum ertragen.

Ich glaubte nun , meine Mutter ist der Alkohol doch wichtiger und sie liebt mich nicht mehr.

Doch im Laufe des Abends kam Sylvia zu mir und fragte was denn los sei.

Ich konnte meine Tränen nicht mehr unterdrücken.

Sie wusste das meine Mutter angerufen hatte, da sie das Telefonat selbst vom Dienstzimmer aus nach unten in den Flur weiter leitete.

Sie selbst hat nichts großartiges Bemerkt , deswegen hatte Sylvia meine Mutter durchgestellt.

Doch ich merkte sofort wenn etwas nicht mit meiner Mutter stimmte.

Ich spürte wenn sie traurig war , wenn sie fröhlich war

wenn sie einfach nur schlechte Laune hatte

Wenn sie wenig getrunken hatte und wenn sie sich kaum auf den Beinen halten konnte.

Ich spürte einfach alles.

Sylvia nahm mich dann zum ersten mal annähernd in den Arm und versuchte mich zu trösten.

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