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Souvenirs aus der Kindheit

 

Die in den frühen Jahren gemachten Beziehungserfahrungen in Form von Erlebnissen und Aussagen bestimmen dabei maßgeblich das Selbstwertgefühl des Kindes und seine Strategien.

Als Kind war ich völlig abhängig von meiner Mutter. Sie bestimmte in großem Maß die Möglichkeiten meiner Person,mich zu entfalten und Konflikte zu bewältigen. Und zwar durch direkte und indirekte Botschaften, durch Verbote und vor allem durch die gemachten Erfahrungen.

Bis heute habe ich oft das Gefühl das ich etwas falsch machen könnte.Die Angst nicht gut genug zu sein.

Vielleicht liegt das aber auch daran das meine Mutter genau wie ich es bei mir heute ist , unter ständigen Stimmungsschwankungen litt.

Ich glaube als Kind , hatte ich nicht wirklich die Möglichkeit zwischen Gut und Böse zu definieren.

Eigentlich hatte ich meine Mutter immer lieb , aber es schmerzte halt so sehr als sie wieder zur Flasche griff.

Ich glaube manchmal war ihr es egal , wie ich gelitten habe.

Hauptsache sie hatte ihr Bier oder ihren Korn.

Zumindest machte Sie so immer diesen Eindruck, weil sie behandelte mich dann auch so, als sei ich nichts Wert.

Dieses Gefühl nichts wert zu sein , hab ich auch heute noch sehr oft und kommt häufig vor.

Da muss nur mal etwas daneben gehen, oder ich bekomme Kritik die ich als Böse bewerte …dann ist mein Selbstwertgefühl gleich im Keller.

Damals als Kind behaarte ich nur viel länger in dieser Traurigkeit , meine Mutter kam dann manchmal zu mir und tat auf einmal wieder so als wäre nichts geschehen.

Ach Dianchen“ mein kleines liebes Engelchen , fing sie an und streichelte mir über mein Tränen aufgeweichtes Gesicht.

 

 

 

Ab und zu war ich dann so voller Wut das ich Grimmig wurde und ihr das auch zeigte.

Entweder sie sprang darauf an und wurde auch grimmig oder sie machte ihr Spiel weiter mir der „Ach Dianchen“ Nummer.

Das hing dann oft damit zusammen ob ich eventuell noch etwas für sie Besorgen sollte.

Ja, Leider war es oft so – wenn ich was einkaufen , besorgen sollte dann war ich das Liebe Kind, tat ich es nicht und stellte mich ab und an mal Quer dann blitzte meine Mutter mit ihren Augen und ich wusste sofort was das bedeutete.

Noch mal erwähnt, geschlagen hat mich meine Mutter nie.

Aber all ihre Worte , ihre Gesten und ihre Art , besonders wenn sie betrunken war , waren unausstehlich.

Und auch heute ist es noch so , ich hab oft die bedenken meinen Mann oder meiner Mutter etwas auszuschlagen weil ich die Sorge habe man könnte mich dann ja nicht mehr so mögen.

Das Gefühl das, wenn man etwas gibt oder etwas tut und es jedem Recht macht , dann bekommt man mal ein klein wenig Aufmerksamkeit , machst du nix, bekommst du nix.

Es gab eine Zeit in meiner Ehe da habe ich um jedes Bisschen Aufmerksamkeit kämpfen müssen, mein Mann hatte sich so verändert das ich dachte ich lebe mit meinem Bruder zusammen.

Ich habe damals noch nach anderen Möglichkeiten gesucht um mein Selbstwertgefühl etwas aufzupolieren.

Ich war dann wie das blühende Leben.

Ich spürte wieder so ein kribbeln im Bauch und hatte wieder Lust mich hübsch zu machen.

Aber ohne irgendeinen Grund , macht mir das heute keine Freude mehr .

Niemand liegt wert darauf wie ich rumlaufe und was ich aus mir mache.

Für mich selber mache ich es nicht , weil ich es unnötig finde.

Ich fühle mich dann auch nicht besser.

Mein Mann ist es manchmal egal was ich anziehe und was ich aus mir mache.

Ich müsste an sich so vieles strukturieren und einen festen Plan haben von meinem Tag.

Aber das ist genau das , was ich nicht kann.

Es würde mich wahnsinnig machen.

Ich lebe lieber so wie es mir gefällt , auch wenn das bedeutet das ich einige Einschränkungen habe oder das ich nicht so Planmäßig durchs Leben gehe.

Für andere scheint das relativ einfach zu sein, sogar für mein Mann und meine Mutter gibt es Regeln und ihre eigenen Pläne die sie nie verwerfen.

Bei mir ist die einzige Regel , nach dem Aufstehen meine ganzen Tabletten in mich hinein zu schaufeln.

Alles andere würde mich tatsächlich überfordern.

Und so war es auch als Kind.

Nun war die Schule ein Notwendiges Übel , wenn es nach mir gegangen wäre , wäre ich lieber gar nicht mehr zur Schule gegangen.

Denn erstens hatte ich nicht wirklich Freunde , wurde nur verkloppt und wenn ich da war holte mich meine Mutter ab und an total betrunken von der Schule ab , oder erschien erst gar nicht, und ich musste sie dann überall in der Stadt suchen.

Die Ängste die ich dabei hatte , möchte ich heute nicht noch einmal erleben.

Ich weis manchmal gar nicht warum ich als Kind so eine Megamäßige Kraft besaß .

Wenn das alles heute noch so wäre , würde ich das nicht mehr schaffen können.

Oder aber erst recht …ich weis es nicht.

So gibt es immer noch so viele Denkmuster die ich erkenne die ich auch der Kindheit bis hierhin geschleppt habe.

Wenn ich heute auch zweiundvierzig Jahre bin , mir kommt es oft so vor als wäre ich immer noch nicht aus den Windeln raus.

Das innere sagt mir das ich zwar größtenteils geschafft habe aus eigener Kraft , die ganze Kinderzeit zu verarbeiten

Aber das ich oft manchmal noch so denke und fühle und mich eventuell so verhalte wo ich noch klein war.

Heute erkenne ich natürlich Dinge die ich früher nicht erkannt habe.

Aber ab und an finde ich dann trotzdem keine Lösung.

Eigentlich bin ich ganz froh immer noch ein Teil die kleine Diana zu sein, denn die kleine Diana ist immer lieb gewesen, höflich , freundlich und nett , ja und vor allem ehrlich und das sind Eigenschaften die ich mir auf jeden Fall bewahren möchte.

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