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Dunkelheit und Lichtblicke

Tage mit so viel Stille, als ob die Zeit stehen bleiben würde. Ich kann nicht in Worte fassen, was ich empfinde.

Ich spüre tiefe Trauer, Leere und Hass gegen mich selbst.

In mir brodelt es wie ein Vulkan, der schon Jahre unter der Erde ist, und nicht an die Oberfläche tritt.

Ich sitze an meinem Schreibtisch und versuche meine Gefühle und Emotionen freien Lauf zu lassen, aber dies scheint nicht so einfach.

Vor allem, wenn man Jahre geschwiegen hat aus Angst und Liebe.

Ich sehe aus dem Fenster, ein kalter fast sonniger Februar Tag, nichts ermutigt mich herauszugehen, und ein bisschen frische Luft zu schnappen, was mir sicherlich guttun würde.

In mir macht sich eine bleierne Müdigkeit breit eine Totale Lustlosigkeit. Alles, was ich nun noch will, ist ein paar vernünftige Sätze zu schreiben.

Warum tut die Erinnerung so weh …in diesem Moment fallen ein paar Tränen

Warum schmerzt das alles noch so sehr als sei es erst gestern gewesen! Wenn das alles auch noch kein Ende genommen hat. Ich fühle mich innerlich Tod.

Ungeliebt und wertlos.

Ich stehe auf, fühle mich benommen und mit Tränen in den Augen gehe ich in die Küche, und trinke einen Schluck Mineralwasser. Ich bin schon richtig fertig von dem ständigen Weinen.

Wie gut das, dass keiner sieht. Denke ich …

In genau diesem Moment, wo mir eigentlich alles zu viel ist, ruft mich meine Mutter an.

Ich überlege nicht lange und renne fast bis zum Telefon. Fast außer Atem –

Vier oder manchmal sogar Fünf mal ruft sie an, und wenn meine Mutter nicht anruft, dann bin ich es die sie zu bestimmten Zeiten anruft. Manchmal setzt mich das so unter Druck, aber ich bin es ja nicht anders gewohnt.

Wenn sie anruft, meist zu den Abendstunden merke ich ganz genau, dass sie schon wieder getrunken hat.

Das macht mich innerlich so fertig, warum kann ich mit meinen Siebenundzwanzig Jahren nicht endlich mein eigenes Leben, leben?

Was macht mich so abhängig von ihr

Ich liebe sie einfach, sie ist alles, was ich noch habe. Sie ist und bleibt meine Mama.

Nach ein paar Minuten ist das Telefonat zu Ende, als ich den Hörer auflegte, schellte es gleich schon wieder, meist wusste ich schon wer es war und warum.

Heute ist Freitag, ich dachte schon bestimmt bekommst du nachher noch Besuch. Aber weg fahren wollte ich auf keinen Fall.

Mein Ex-Freund und ich verstanden uns eigentlich ganz gut, die Freundschaft, die wir nun hatten, war Halt und Trost mehr als davor in der Beziehung. Ich habe ihn sehr geliebt. Man kann sogar sagen, dass ich richtig verknallt war in ihn, bis zu einem gewissen Punkt und ich sein Verhalten nicht mehr Respektieren konnte.

Er war es der mich anrief und mich fragte, ob ich Zuhause wäre, er wollte erst zu mir kommen und dann am späteren Abend noch zu seiner Stammkneipe.

Gegen 18:30 Uhr kam er dann mit seiner Freundin.

Wir waren offiziell nur Freunde …

Aber ich hoffte im inneren immer noch an ein kleines Wunder, weil ich ihn immer noch liebte, irgendwo. Und das hat auch seine Freundin gemerkt, obwohl wir Größtenteils ganz gut miteinander auskamen.

Beide überredeten mich doch mitzukommen, wollten mich sogar einladen.

Bevor ich nun mit meinen Siebenundzwanzig Jahren eingehe, wie ein Mauerblümchen fahre ich lieber mit.

Ich hatte sehr viel Spaß, ich trank auch ganz gerne Bier, mal ein Wein oder Likör.

Von alledem dürfe nie etwas meine Mutter mitbekommen dachte ich mir so.

Kippte mir den Rest, Bier runter und ging wieder tanzen.

Ich hatte zwar in den vorherigen zwei Jahren schnell zugenommen, aber dennoch habe ich wild darauf losgetanzt und konnte mich besser bewegen als so manch dünne.

Wir hatten viel Spaß und ich fühlte mich endlich mal weit entfernt von all den traurigen Gedanken.

Von diesem Schmerz und dieser inneren Leere die mich jeden Tag umhüllte.

Auf der Suche nach Liebe habe ich viele Fehler gemacht. Ich bereue nicht sehr viel.

Denn es war auch mal wichtig für mich einfach mal glücklich zu sein. Wenn ich auch Tage später wieder ins Unglück fiel, so ließ ich den Moment einfach tief in meinem Herzen drin.

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