Familie,  Kinderheim

Der Alltag im Heim Teil 2

 

. Ich werde diesen Tag wohl nie vergessen, ebenso wie viele andere die darauf folgten.

Es war ein schöner herrlicher Sommertag und ich war total aufgeregt. Wie immer wenn irgendetwas angestanden hat.

Ich werde nie vergessen wie wir mit dem Auto von Rita nach Bad Pyrmont gefahren sind. Und irgendwo nahe eines Parks das Auto abgestellt haben.

Ich konnte es nicht mehr erwarten schnell zum Bahnhof zu kommen.

Ich packte Ritas Hand und rannte fast wie von einer Wespe gestochen bis zur Unterführung.

Als ich dort ankam , war der Zug schon ein paar Meter weit weg gefahren.

Ich schaute nach rechts und nach links , in jede denkbare Richtung um zu sehen ob meine Oma und meine Mutter vielleicht schon in irgendein Café gegangen sind, wo wir ja später hingehen wollten, zusammen.

Ich bekam fast Tränen in den Augen als ich verzweifelt meine Mutter suchte aber sie nirgends sah.

Erst als ich die Hoffnung schon wieder aufgeben wollte und mir die bittere Enttäuschung sparen wollte, rief eine dünne Stimme von weiter weg „Huhu“ Hallo , Dianchen ???

Ich drehte mich um.

Ich dachte , niemand nennt mich so das muss meine Mama sein.

Und als ich sah das eine Frau vom weiten winkte , bekam ich es mit dem Schrecken zu tun.

War das meine Mama ?

Oh Gott , im Himmel lass es nicht wahr sein.

Sie war sehr , sehr dünn geworden , ihr Gesicht war fahl und blass und ihre Großen Augen die einmal so wunderschön leuchteten , waren nun nur noch Grau und Blass und nicht Stahlblau.

Ihr ganzer Körper drohte zu fallen , sobald sie die Krücken an denen sie sich auf stützte los lassen würde.

Ihr reiner und lieber Blick den ich so sehr vermisste strahlte mir nun mit einem Lächeln entgegen.

Es fiel ihr sichtlich schwer eine Mine zu verziehen, ich glaube das sie starke Schmerzen hatte.

Erst als ich auf Sie zu kam, sah ich neben ihr meine Oma , die meine Mutter außerdem Stützte.

Sie lachte wie immer total herzlich und liebevoll.

Ich rannte das letzte Stück zu meiner Mutter und nahm sie in meine Arme.

Ach Mama , du hast mir so gefehlt , ich hab dich so lieb „

Wir beide mussten weinen, und auch Oma verdrückte ein paar Freudentränen.Und nahm mich mit Mama in den Arm.

Sogar Rita , war sichtlich erfreut aber dennoch bestimmend.

Natürlich bestürzte es mich zutiefst wie meine Mutter nun aussah, ich habe sie zuerst nicht wiedererkannt.

Später sagte ich einmal zu ihr , das sie wie eine Leiche ausgesehen hat.

Erst nach fünf Jahren , habe ich dann erfahren warum sie so krank geworden ist warum sie so schrecklich abgebaut hatte.

Und was man ihr vom Jugendamt erzählte.

Was man mit ihr gemacht hat. Und das sie sehr lange im Krankenhaus war.

Mit meiner Mutter und meiner Oma an der Hand gingen wir nun ins Café , ich freute mich zunehmend darüber das meine Mutter eine Tasse Kaffee bestellte, anstatt , damals das Bier und den Korn.

Meine Oma lud mich auf ein Eis ein.

Dann machte ich die Bekanntschaft mit einem Herrn der schon am Tisch saß und Bier trank.

Ich stutzte sofort.

Oma griff ein bevor jemand etwas sagen konnte.

Sie sagte das ist mein bekannter, ein Freund.

Ich dachte das kann ja wohl nicht wahr sein , kommt mit obwohl er weiß das Mama trank, und trinkt hier vor ihren Augen einfach ein Bier.

Ich war Machtlos , ich sagte weiter nichts.

Aber auch Rita konnte mein Entsetzten darüber feststellen.

Wir redeten über alles Mögliche , leider weiß ich nicht mehr den Inhalt der Unterhaltung.

Ich weiß nur das der Abschied der schwerste nach so langer Zeit für uns beide war.

Meine Mutter tat mir so unendlich leid.

Ich wäre am liebsten wieder mit nach Hause gekommen.

Aber so bin ich wieder ins Heim zurück gefahren. Ab nun an durfte meine Mutter mich auch gelegentlich anrufen.

Was das Ganze aber nicht einfacher für mich machte.

Ich war so glücklich darüber , meine Mutter schien nun wirklich vom Alkohol los gekommen zu sein. Ich dachte , vielleicht hat sie ja so eine Art Entziehungskur gemacht.

Das alles macht sie für mich weil sie mich wieder haben möchte, weil ich bei ihr leben soll und nicht bei irgendwelchen Fremden.

Also war ich Mama ja nicht egal , nein sie liebte mich wie man sein Kind nur lieben kann.

Bis ich eines Tages , eines besseren belehrt wurde.

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