Alkoholabhängigkeit,  Co - Abhängigkeit,  Depressionen,  Emotionaler Missbrauch,  Familie,  Hypophysenvorderlappeninsuffizienz,  Traumatische Erlebnisse

Mutter

Heute geht sehr viel in mir vor, die Gedanken kreisen heute stetig nur um meine Mutter.

Ich möchte beim besten Willen, nicht schlecht über Sie reden.

Denn ich habe sie sehr lieb.

Das war immer so und das wird wohl auch immer so bleiben.

Aber ich muss die Wahrheit sagen, die Erkenntnisse die ich gewonnen habe.

Die Erfahrung die ich gemacht hab.

Ich könnte meiner Mutter niemals sagen was im inneren in mir vorgeht,

Wahrscheinlich würde sie dann wieder mürrisch.

Sie will von der ganzen Geschichte von damals nichts mehr wissen,

aber genau darum geht es mir heute ja noch nicht so gut.

Immer musste ich alles verdrängen, ich habe sie geschützt wie eine Mutter ihr Kind normalerweise beschützt.

Mein Mann und ich waren heute bei einer Psychologin von einem Caritas Verband,

eigentlich ist sie mehr zur Eheberatung da.

Aber sie ist die einzigste im Moment dich sich Zeit für unsere Sorgen nimmt auch außer Ehelich.

Sie meinte das ich und mein Mann gar kein Eheliches Problem haben, das Problem ist das es mir nicht gut geht.

Und das meine Mutter eine große Rolle dabei spielt.

Das sie mir nicht guttun würde.

Der tägliche Telefonische Kontakt mit meiner Mutter würde mich herunterziehen, wenn sie schlecht drauf wäre, was denn auch schon mal öfter vorkommen kann da sie in vielen Dingen sehr unzufrieden ist.

Ich habe aus meiner Sicht mich schon besser von meiner Mutter abgenabelt, im Gegensatz zu früher.

Ich rufe sie nur einmal am Tag an und nicht wie noch vor zehn Jahren drei Mal am Tag.

Ich mache mir Sorgen und Gedanken um sie, wenn sie mal wieder Erkältet ist und nicht zum Arzt gehen will.

Jedes Mal regt sie sich auf und sie sagt sie macht sich riesige Sorgen , wenn ich einen Krampfanfall habe.

Ich habe ihr gesagt, da sie da momentan überhaupt nichts daran ändern kann.

Das ich alleine da durch muss. Und dass es ebenso ist wie es ist.

Aber wegen einer Erkältung kann man zum Arzt gehen und sich etwas verschreiben lassen oder zumindest untersuchen lassen das nicht noch schlimmeres passiert.

Aber sie hört nicht auf mich und das macht mich dann irgendwie völlig fertig.

Sie hat ja schon früher nicht auf mich gehört.

Eigentlich haben wir ein gutes Verhältnis, wenn es meiner Mutter gut geht , geht es mir auch gut

Manchmal kann man auch mit ihr Lachen oder Scherze machen.

Aber das ist leider selten.

Ich glaube das sie auch eine Art von Depressionen hat und hatte.

Denn sie isoliert sich zunehmend, will von Menschen nichts mehr groß Wissen

Andererseits sagt sie ihr würde eine gute Freundin fehlen, aber ich denke wenn sie nicht raus geht kann man auch keine Leute kennenlernen.

Ich hatte ihr mal von der AWO einen Senioren Nachmittag vorgeschlagen, all sowas schlägt sie sofort in den Wind.

Ich habe mittlerweile aufgegeben ihr gute Ratschläge zu geben, weil es ja eh keinen Sinn macht.

An sich lässt sie mich ja mein Leben, leben wie ich es möchte.

Aber ich höre bei den Telefonaten und bei ihren Besuchen immer so einen Unterton.

Und da komme ich jetzt zum Punkt.

Ich kann nichts dafür das meine Mutter sich früher sowie heute keine Hilfe holt und auch keine annimmt.

Ich versuche trotz Krankheiten und Seelischen Belastungen, mein Leben in etwas geregelte Bahnen zu lenken.

Ich bin nicht unvernünftig und ich weiß was ich tue.

Meine Mutter sagt das letztere zwar auch immer,

 „Ich weiß was ich tue, lass mich wie ich will“

Aber ich weiß auch genau das es das eben nicht ist.

Sie kann ja nicht mal einfache Formulare für eine Befreiungskarte von der Krankenkasse ausfüllen.

Dabei soll ich ihr helfen.

Natürlich mache ich es, es ist ja schließlich meine Mama.

Aber am Ende hin sobald ich das Formular ausgefüllt habe, sagt sie dann oft ..ach das war ja einfach hätte ich auch hinbekommen.

Also was will sie mir damit sagen, dass sie doch nicht so dumm ist wie sie manchmal tut ???

So ist das auch bei anderen Dingen die sie schon leicht überfordern.

Nun ich finde ich habe die Fürsorgepflicht als Tochter mich um meine Mutter zu kümmern.

Viele sagen das es das nicht sei.

Das ich nicht verantwortlich für sie sei.

Aber wer ist es denn dann? Sie hat doch niemand anderes mehr.

Ich kann schon lange nicht mehr springen, wenn sie was möchte.

Ich versuche das nach Priorität zu beachten.

Und einerseits denke ich dann auch an damals, an die Schlimmen Momente.

Wenn ich allein mit mir in meinem Zimmer saß, die Hand blutig gebissen voller Wut, Selbsthass und Traurigkeit wenn sie wieder trank.

Der Alkohol war ihr immer wichtiger.

Die Psychologin meint, das meine Mutter schon in der Schwangerschaft getrunken haben könnte

den Verdacht habe ich ja schon länger, dass sie mir das so offen sagte erstaunte mich erst einmal.

Sie meinte meine ganzen Erkrankungen und Schwierigkeiten hätte ich nun daher, sozusagen als Folgeerscheinung.

Ich bin seitdem ich 2002 meine Diagnose Hypophysenvorderlappeninsuffizienz bekommen habe

am Suchen nach dem Rätsel und nach der Wahrheit.

Ich war auch im Glaube das mir meine Familie damit helfen könnte.

Nachdem diese aber total auf Stur gestellt haben, bleibt bei mir die Frage offen was ist damals passiert.

Habe ich auch etwas falsch gemacht.

Bin ich diejenige, Die Schuld hat.

Ich habe seit dem die Befunde vorliegen, und sie berichten von einem Kind mit Entwicklungsstörungen, mit schwerer Trennungsangst.

Wäre ich damals in die Kinder und Jugendpsychiatrie gekommen, und dann noch in ein Kinderheim wenn Zuhause alles so gut gelaufen wäre.

Haben damals die Ärzte gelogen oder war es meine Mutter als es hieß das ich niemals schwanger werden könnte das mein Hormonhaushalt nicht in Ordnung wäre.

Warum hatten die Ärzte meiner Mutter davon nicht in Kenntnis gesetzt?

Oder war meine Mutter so sehr betrunken das sie das alles nicht richtig mitbekam.

Zudem ist die Frage, warum hatte ich als Teenager eine Partielle Hypophysenvorderlappeninsuffizienz mit Pubertas Tarda was so viel heißt

Die Hypophyse die zur Hälfte noch funktionierte aber mit ausbleibender Pubertät.

Also ich denke das meine Hypophyse irgendwann als ich ein Kind war ein Schlag abbekommen hat, sei es durch Gene, sei es durch mehrere Fieberhafte schwere Infekte , sei es von der Verdächtigen Alkoholembryopathie

Als ich dann etwa dreizehn war wurde die Erstdiagnose gestellt

Und im Laufe der Jahre und bis 2002 hat sich die Hypophyse ganz zurück gebildet.

Anders kann ich mir das nicht vorstellen.

Aber wenn doch diese Krankheit so heimtückisch ist und wenn man kein Kortison nimmt in eine Addison Krise fällt und Sterben könnte, warum will von alledem meine Mutter nichts gewusst haben?

Das einzige was meine Mutter damals gut behandelte, war mein schlimmes Asthma.

Ich war ja mehr in Krankenhäusern als Zuhause oft wegen doppelter Lungenentzündung.

Auch wenn sich einiges nochmal wiederholt was ich nun schreibe und was ich schon auf meinem Blog geschrieben habe, so ist es noch einmal wichtig für mich meine Gedanken zu sortieren.

Ich habe so viele Fragen und keine kennt eine Antwort.

Die Tage als meine Mutter außer Bier auch noch Korn trank waren die allerschlimmsten.

Ich fühlte mich oft dabei fehl am Platz.

Nicht mehr zugehörig.

Ihre Blicke wenn sie schon betrunken war, werde ich niemals vergessen.

Ihre Art schlug von jetzt auf gleich um.

Sie weiß gar nicht wie weh sie mir damit getan hat.

Sie sagt zwar heute, sie weiß das sie großen Mist gebaut hat und das es ihr unendlich leid tut.

Aber im Gegenzug sagt sie dass es ja schon länger her wäre das es für sie nicht schön wäre wenn ich ihr das immer wieder vorhalten würde.

Dabei halte ich ihr es nicht vor, ich möchte mich nur ganz einfach aussprechen ich möchte verstanden werden von ihr das sie mich so sehr verletzt hat.

Immer wieder hat sie mich verletzt, wenn sie getrunken hat.

Wie oft habe ich ihr gesagt alles könnte so schön sein, lass doch endlich das trinken sein.

„Lass mich, das ist meine Sache“ In einem zornigen Ton.

Ich war nur dann gut, wenn ich wieder Bier oder Korn kaufen sollte.

Dann gab es aber auch noch die andere Seite, die Liebevolle und die Zärtliche.

Auch wenn wir nie etwas unternahmen ohne Alkohol, wichtig und schön waren nur die Tage und die Stunden wenn sie mal nichts trank. Denn dann war sie wie eine Mutter sein sollte.

Aber wenn mal so ein Tag war, dann folgte unweigerlich der Absturz am nächsten Tag.

Oft kam sie auch mit einer Fahne oder angetrunken ins Krankenhaus um mich zu besuchen.

Sobald ich wieder ein Gesicht zog wie sieben Tage Regenwetter, wurde sie wütend auf mich.

Und genau diese Verhaltensweisen werde ich nie vergessen können.

Und ich glaube genau dieses Verhalten was meine Mutter hatte, führte dazu das ich Borderline und Depressionen bekam.

Jahre lang verdrängte ich die Schmerzen in der Seele und im Herzen.

Und als ich heiratete und ich oft alleine war da mein Mann sehr viel arbeitete, kamen alle Gefühle hoch.

Damals verstand ich mich selber noch nicht.

Warum bin ich so wütend auf mich, warum hasse ich mich so abgrundtief.

Warum verletze ich mich selbst, wenn ich mich überfordert fühle und unter Druck gerate.

Warum kann ich mit meinen Gefühlen nicht normal umgehen?

In der Psychiatrie und in der darauffolgenden Psychosomatischen Reha wurde mir dann bewusste warum ich so bin wie ich bin.

Meine Psychologin sagte mir, das ich eben drei Mal mehr empfinde als andere.

Nun ich fand das nichts Schlimmes.

Aber beim genaueren Hinsehen und sie mir sagte das ich Borderline habe wurde mir so einiges bewusst.

Heute kann ich da besser mit umgehen.

Manchmal glaube ich sogar gar kein Borderline mehr zu haben, weil ich mich nicht mehr selbst verletze.

Aber diese Gefühle und diese innere Angst habe ich immer noch.

Und bei irgendwelchen Seelischen schmerzen die ich manchmal auch unbewusst in mir trage, kommen dann die Krampfanfälle.

Weil mir alles so nah geht, egal ob es Fremde Menschen sind, die Politik, die Umwelt , meine Mutter die Familie oder auch mein Mann und Daisy mein Hund um alles und um jeden mache ich mir Gedanken und möchte und muss teilweise Verantwortung übernehmen.

Vielleicht bin ich auch immer noch Co- Abhängig. Ich weiß es nicht.

Jedenfalls meint die Psychologin von der Caritas das eine Kontaktsperre das beste wäre für mich wegen meiner Mutter.

Aber das ist einfacher gesagt als getan, wenn man sein ganzes Leben schon für sie da war.

Mir ginge es auch besser, wenn sie mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen würde.

Wenn sie unter Leute gehen würde und vor allem auch zum Arzt, wenn es wichtig ist.

Nur das sie im Jahre 2012 ins Krankenhaus kam und es sehr schwer mit dem Herzen hatte und auch Wasser in der Lunge, hat sie aufgehört zu trinken , einfach so ohne jegliche Hilfen.

Psychologen hat sie immer schon für verrückt angesehen.

Und sie beeinflusst mich manchmal so lange mit ihrer Meinung bis ich ein schlechtes Gewissen bekomme.

Und das ist sehr oft so.

Die Psychologin meint also es wäre besser für mich in eine Traumaklinik zu gehen.

Oder zumindest in eine Klinik die auch spezialisiert sind auf meinem Gebiet.

Aber ich habe ein mulmiges Gefühl dabei.

Das was ich früher mit Anfang Vierzehn in der Kinder und Jugendpsychiatrie erlebt habe, möchte ich nicht noch einmal.

Und wer kümmert sich dann um meine Mutter und um meinen Hund, wenn mein Mann immer arbeiten ist?

Kann ich mich dann überhaupt darauf konzentrieren?

Ich weiß eigentlich, dass ich was tun muss damit es mir besser geht.

Aber ich weiß nicht ob es wirklich besser würde oder ob ich es bereue.

Kann ich überhaupt solange von Zuhause getrennt sein und wenn, was ist, wenn ich wiederkomme bin ich dann ein ganz anderer Mensch?

Ja ich habe einfach Angst. Auch Angst das ohne mich nichts geht.

Das man mir den Kontakt mit meiner Mutter total verbietet, sowie damals.

Wie würde meine Mutter das Aufnehmen wenn ich ihr sage ich gehe wegen Borderline und Depressionen und auch wegen dir in die Trauma Klinik?

Was soll ich ihr sagen, wie soll ich damit umgehen wenn sie wieder so barsch reagiert.

Es ist verdammt nicht einfach.

Ich stehe zwischen zwei Stühlen.

Einerseits möchte ich etwas für mich tun aber andererseits, sitzt mir der Schalk im Nacken und sagt nein du darfst nicht gehen, du musst für deine Mutter da sein, denn sie hat dich geboren, hat dich gepflegt und sich Sorgen gemacht…

Aber an die schlimmen Dinge daran denkt der kleine Schalk nicht ….

Hat man auf mich früher Rücksicht genommen?

Hat man versucht etwas für die Sucht zu tun?

Hat man alles daran gesetzt damit ich eine vernünftige Kindheit haben konnte?

Nein ….

 

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