Traumatische Erlebnisse

Kindheitserinnerungen Teil 5

Auf Grund vieler Fehlstunden im Schulunterricht ( wegen Krankheit )

Bin ich von einem Schulpsychologen getestet worden.

Ja das war echt Hart, ich dachte außer das Asthma Bronchiale was man bei mir mit vier Jahren Diagnostizierte  wäre ich insoweit gesund, dabei mangelte so manches an der Gesundheit.

Als erstes kamen die Physischen und dann die Psychologischen Befunde.

Bei mir war alles irgendwie nicht der Norm entsprechend.

Es fing mit den Augen an, außerdem mit dem Rücken also die Wirbelsäule

Dann mit den Hüften und mit den Fußgelenken.

Überall fand man Defekte oder Fehlstellungen.

In dem Krankenhausbefund vom 15.1.1976 steht (ALKOHOLEMBRYOPATHIE)

Was ist das??? Hängt es vielleicht damit zusammen?

Eigentlich einfach zu verstehen Alkohol Embryo Für das noch Ungeborene im Mutterleib.

Also auf Deutsch meine Mutter muss auch in der Schwangerschaft getrunken haben???

Psychologisch fand der Gutachter heraus war ich sehr ängstlich, zurückhaltend aber dennoch gleichzeitig freundlich & hilfsbereit zu jedem.

Das waren die klaren Aussagen des Arztes.

Auf all diese Aussagen und Befunde stufte man mich auf die Sonderschule zurück.

Sie meinten  das es nicht der Lernstoff sei dem ich nicht gewachsen sei, sondern eher der Druck der dann noch mehr auf mir lasten würde. 

ich bräuchte mehr Zeit für Aufgaben. Mehr Ruhe , mehr Aufmerksamkeit.

Aber für mein Alter damals bei der Einschulung , hatte ich einen guten Wortschatz, ich konnte reden und auch gut argumentieren ich war geistig sehr intelligent, war in den Fächern die mich Interessierten gut  und bemühte mich immer, aber die vielen Körperlichen und Seelischen Symptome  führten unweigerlich dazu das ich die Hauptschule nicht besuchen durfte.

Für meine Mutter war dies im ersten Augenblick ein Weltuntergang.

Und machte sich immer große Sorgen.Beinahe zuviel.

Nachher nicht mehr, so manchmal dachte ich sie nahm ihr Schicksal einfach so hin und dann war sie ab und an froh wenn ich überhaupt zur Schule ging.

Im ersten Jahr in der Sonderschule kann ich mich an positive Situationen erinnern,

Ich hatte sogar eine Freundin gefunden mit der ich in der Pause oft redete.

Aber genauso wie sie und alle anderen Kinder auf den Pausenhof sahen alle meine Mutter, wenn sie mich Mittags , betrunken von der Schule abholte.

 Ich hatte Angst das dass einer der Kinder bewusst mitbekommt,und hielt mich dann oft zurück.

Oft war ich in den Pausen dann alleine und habe mich niemanden angeschlossen.

Ich saß meistens auf einer Bank und aß mein Pausenbrot und mein Trinkpäckchen was mir sowas von schwer viel.

Ich hatte so oft keinen Hunger, aber mir tat es leid wenn meine Mutter extra Brote für mich machte und ich sie nicht gegessen habe, denn sie meinte es ja schließlich nur gut.

Aber dieses Gefühl des hin und her gerissen sein war ja nicht nur in den Pausen so wenn ich ihre Brote essen sollte. 

Die eigentlich immer mit sehr viel „Liebe“ gemacht wurden, so sagte Mama oft.

In den gleichen Moment hat sie mir dann wieder ein schlechtes Gewissen gemacht.

Ich veränderte mich, wie kann ich heute nicht mehr sagen.

Noch fragte niemand was mit mir los ist und keiner sagte etwas auch nicht die Lehrer.

Vielleicht war ich einfach nur ein schwieriges Kind?

 Im zweiten Schuljahr fingen die Probleme an kurzerhand ein Selbstläufer zu werden,

Es ist nicht ausgeschlossen das ein Mädchen mit knapp zehn Jahren das nur eine Mutter hat und oft alleine ist nicht als normal angesehen wird, besonders von anderen Kindern wo noch beide Elternteile da sind.

Türkische so wie auch Deutsche  Kinder aus anderen Klassen versammelten sich um mich, und bedrohten mich im Laufe des Zweiten Schuljahres.

Ich konnte mich nicht wehren, so gerne ich es auch wollte irgendwas sträubte sich in mir, ich fing nur an zu weinen und das machte die ganze Sache noch schlimmer.

Die Kinder stießen mich zu Boden und traten mich in den Bauch und überall irgendwo hin , manchmal dachte ich warum haben die so eine Wut und so einen Hass auf mich was habe ich denen denn getan das sie mich so schlagen als wären diese Kinder nicht mehr bei Sinnen.

Es klingelte. Die Pausenaufsicht  meist eine Lehrerin war wiedermal in irgendeiner Ecke verschwunden und rauchte heimlich. Manchmal fiel ihnen überhaupt nichts auf und ab und an wollten sie schon meine Mutter dafür verantwortlich machen, aber niemals die Kinder der Schule.

Ich bekam einen schweren Asthma Anfall, Ich hatte Todesangst  und Mama war nicht bei mir ,Meine Lehrerin brachte mich genau gegen über von der Schule zu einem Internisten , der einzige in der Stadt.

Dieser schaffte es mit einer Kochsalz Infusion und einer Cortison Spritze und Theophyllin wieder das ich Luft bekam.

In der Schule wollte man Meine Mutter telefonisch kontaktieren, aber sie war nicht Zuhause.

Um viertel vor zwölf hätte ich Schulschluss gehabt, und ich dachte mir dass meine Mama mich wahrscheinlich abholen wird. Aber  die Untersuchungen dauerten länger und es musste mir erst wieder besser gehen, dann erst durfte ich nach Hause.

Erst gegen kurz vor Eins kam ich zur Schule hin , aber meine Mutter war nicht da und wartete nicht auf mich.

Nur ein paar Kinder aus den anderen Klassen waren noch da.

Ich hab mich verstecken müssen damit sie mich nicht wieder Erwischen. Also bin ich einen Schleichweg gegangen.

Ich wusste nicht so richtig was ich tun sollte, ich bin zuerst in das Café gegangen wo sich meine Mutter ab und an aufhielt wenn sie auf mich wartete. Dieser Bäcker war auch oft die erste Anlaufstelle für die vielen Kinder die mit dem Bus zur Schule gefahren sind, dort gab es dann oft Negerkussbrötchen,verschiedene Sorten Gummibärchen und Lakritze sowie Mars, Raider , und Milky Way

Aber da war meine Mutter auch nicht, dennoch habe ich von der Bäckerin erfahren dass meine Mutter den Morgen schon da gewesen sei. Und Kaffee getrunken habe.

Ich dachte mir dann schon wieder insgeheim das schlimmste,und ging erst mal nach Hause.

Das waren so um die drei  bis  vier Kilometer.

 Ich klingelte drei Mal, fünf Mal, zehn Mal, aber niemand öffnete die Tür und auch nicht als ich ein Stück zurück ging um zu gucken ob sie am Fenster steht –

Ich wusste nicht mehr was ich tun sollte, so versuchte ich  bei den Nachbarn

Im Hausflur nebenan unserer Wohnung etwas heraus zu finden.

Aber auch ein älterer Opa der die Tür öffnete und sagte er wüsste nicht ob meine Mutter zuhause wäre.

Er sagte: Ich hätte mich dann noch bei ihm und seiner Frau aufhalten können bis Mama wieder kommt.

Aber das wollte ich nicht.

Es war Nachmittag und ich ging langsam in die Stadt zurück ich brauchte dafür gut 35 Min für circa vier Kilometer.

Ich bekam beim Laufen oft Atemnot aber dennoch hielt mich nichts davon ab meine Mutter in der Stadt zu suchen.

Und ich wusste sofort wo ich die suchen musste. Es gab doch nur einen Ort.

Wenn ich mit meinem Gefühl richtig lag, hat sich meine Mutter wieder betrunken und kommt jetzt nicht mehr alleine nach Hause. Da muss ich ihr doch helfen. (Wer sonst?)

Eine kleine Kneipe im Ort war mein Ziel, ich trat ein und schaute blitzschnell nur auf die Theke denn ich wusste wenn dann finde ich meine Mutter nur dort.

Aber so war es auch nicht, ich sah mich um und schaute verwirrt in alle Richtungen und

In den Sitzecken, keine Mutter aufzufinden.

Bis mich der Kneipenwirt ansprach und sagte, Du deine Mama sitzt schon ein paar Minuten auf dem Klo, die kommt sicher gleich wieder

Die Angst stieg in mir immer höher und es war wie früher im Krankenhaus wenn ich auf sie manchmal auch vergebens wartete oder wenn ich mit einem ganz miesen Gefühl dachte, Pass auf gleich kommt sie und ist total besoffen Und was passiert dann?

Ist sie Lieb zu mir oder ist sie Böse, kann ich ihr vertrauen oder muss ich ihr etwas vorspielen.

 Es öffnete sich die Türe zu den Toiletten und meine Mutter trat heraus.

Heute würde ich sagen BLAU WIE EIN VEILCHEN Früher sagte ich nur innerlich Oh Nein!!!

Bitte nicht , Bitte nicht lieber Gott.

Meine Mutter erkannte mich gar nicht, hat sie mich ignoriert? Sie setze sich einfach zurück an die Theke bestellte Bier und Korn wie immer Ich stand direkt dahinter.

Meine Mutter lehnte sich mit beiden Ellbogen auf die Theke und schlief beinahe ein.

Ihre Augen wurden immer kleiner, ich kannte diesen Ausdruck von ihr wenn sie Voll war.

Was sollte ich jetzt nur tun? Musste ich sie ganz alleine nach Hause tragen? Oder was ?

Die ganzen vier Kilometer.

Meine Mutter entdeckte mich, sie säuselte sich irgendetwas in den Bart wie man so sagt.

Sie war noch nicht mal kräftig genug um vernünftig zusprechen.

Geschweige denn zu Stehen oder zum Laufen.

Es war gegen frühen Abend und ich sagte dem Wirt er solle ihr doch bitte nichts mehr zu trinken geben und ein Taxi rufen.

Seine Frau kam aus der Küche und nickte und schaute traurig zu mir herüber.

Warum guckt die so blöd hab ich gedacht, und warum hat sie Mitleid sollen die doch Mama nichts zu trinken geben. Die müssten doch wissen dass es nicht gut ist.

Das Taxi brauchte noch einige Minuten in der Zeit servierte mir die Frau vom Wirt eine heiße Bockwurst und Brot mit Senf. Wahrscheinlich hatte diese Angst ich bekäme nun nichts mehr zu essen zuhause.

Meine Mutter nuckelte nur noch an ihrem Bier , als schließlich der Taxifahrer in die Kneipe eintraf er packte meine Mutter kurzerhand unter den Arm und steckte sie mit fast grober Gewalt in das Taxi,ich bedankte mich noch schnell für die Bockwurst die ich auch nicht bezahlen brauchte.

Und ging dem Taxifahrer hinterher.

Und stieg ein.

Meiner Mutter schien es echt schlecht zu gehen und eigentlich hatte ich etwas Angst sie könnte sich jetzt nun übergeben.

Aber das tat sie nicht. Stattdessen wurde sie wieder etwas munterer im Reden.

Das Taxi hielt bei unserer Haustür an und meine Mutter machte den Anschein auf den Taxifahrer dass sie wieder fit sei.

Kaum aus dem Taxi ausgestiegen und die Tür zu gemacht fuhr der Taxifahrer auch wieder weg und ich stand da nun ganz alleine mit meiner Mutter vor der Tür.

Sie konnte immer noch nicht richtig laufen und ist einmal auf dem Gehweg zur Haustür hingefallen, ich habe ihr geholfen sie hat sich auf mich gestützt ich gab ihr meine Hand und dann schaffte sie es wieder irgendwie hoch zu kommen. Sie grinste dabei höhnisch.

Sie sagte dann zu mir dass wir ja noch nach nebenan in die Kneipe gehen könnten,

Ich könnte mir dort etwas zu essen bestellen. Ich machte darauf ein Gesicht wie Sieben Tage Regenwetter und das missfiel ihr, das mochte sie überhaupt nicht.

Ich hab nur gesagt, Ach Mama lass uns doch nach Hause gehen Ich möchte nicht mehr das du in die Kneipe gehst.

Dann wurde sie sehr Jähzornig und blitzte mich mit ihren Augen an als ob ich auf der Stelle umkippen sollte und am besten Tod wäre.

So ein Hasserfüllter Blick, kann so wehtun und besonders wenn er von der eigenen Mutter kommt.

Auf einmal ging es schnell sie richtete sich gerade auf und ging schnurstracks die Treppe hinauf und dann in unsere Wohnung.

Sie war so wütend, ging in die Küche machte die Schiebetür zum Spülschrank auf und holte ihre alles geliebte Flasche Korn aus dem Schrank,es machte Knack knack hau weg das Zeug.

Ich schaute sie nur traurig an, Mama sagte nur geh ins Wohnzimmer und lass mich in Ruhe.

Ich ging leise ohne ein Wort und setzte mich wie immer auf den Boden vor unserer Heizung

Und sank in mich zusammen und fing an zu weinen. Ganz leise, ganz leise nur für mich alleine.

Niemand sollte die Tränen sehen und keiner würde mehr erfahren was ich heute erlebte.

Und vor allem nicht meine Mutter, ich glaubte fest zu diesem Zeitpunkt das ich ihr total egal war.

Und wenn ich ihr egal war, machte es auch nichts aus was aus mir wurde.

Denn dann war es mir auch egal was mit mir war, denn ich lebte nur für meine Mutter die ich über alles im Leben liebe.

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