Co - Abhängigkeit

Endlich Zuhause Teil 2

 

Gleich am nächsten Morgen schickte mich meine Mutter in die Stadt damit ich Geld vom Amt bekam.

Das kam mir gleich etwas spanisch vor, weil eigentlich wollte ich ja jetzt sofort nach Arbeit Ausschau halten und mich Bewerben , da ich da auch noch total motiviert war dachte ich daran das ich mit meinen Kompetenzen sicherlich eine Arbeit bekommen würde.

Aber statt dessen meinte meine Mutter ich solle zuerst einmal zum Sozial Amt gehen und Geld anfordern.

Gut , gesagt getan ich bin dann zum Amt und habe mich gemeldet.

Aber auch gleich gesagt das ich mich bewerben möchte und muss und das ich auch zu mehreren Geschäften gehen werde um mich dort vor zu stellen.

Die Sozialarbeiterin schaute nur in ihre Tasse Kaffee die sie vor sich stehen hatte und zuckte mit den Schultern.

Ich dachte nur , wenn alle hier so motiviert sind wie die Dame dann Gute Nacht Marie.

Jedenfalls ging ich dann von einer Modeboutique in die nächste und fragte nach allen möglichen Stellen die man vergeben könnte ob voll oder Teilzeit war mir gleich.

Jedoch hatte ich leider keinen Erfolg , hinterließ bei manchen aber dennoch Namen und Telefonnummer.

Als ich dann zur Stadtkasse gegangen bin bekam ich in Bar Zweihundert Mark , die ich darin investierte mir ein paar neue Anziehsachen zu kaufen und Süßkram.

Als ich wieder nach Hause kam , war meine Mutter dabei auf dem Sofa zu sitzen und sich irgendeine Sendung im TV zu sehen …ich spürte aber das etwas nicht stimmte.

Ich sah ihren Blick …

Auf einmal fragte sie mich wo ich das Geld hätte und ob ich vom Sozialamt nun monatlich unterstützt würde.

Ich erzählte ihr alles.

Aber als ich ihr sagte das ich einen Großteil ausgegeben habe , fing sie an Wütend zu werden.

Ich könnte doch nicht alles ausgeben und davon müsste ich ein ganzen Monat leben usw.

Ich spürte dabei ganz genau das sie wieder etwas getrunken hatte.

Ich konnte nur nicht sagen wie viel ….

Aber es war nicht so viel wie sie sonst getrunken hatte.

Ich hab es mir ja sowieso schon gedacht …sie sucht eine heimliche Gelegenheit und glaubt ich würde das nicht merken.

Ich merke alles , ich sage nur nichts.

Letztendlich entschuldigte ich mich bei meiner Mutter das es nicht wieder vorkommt und das ich jetzt Achtsamer mit dem Geld umgehe.

Und wir vereinbarten das sie Hundert sechzig Mark im Monat fürs Essen bekommen sollte. Da ich ab den Ersten des Monats circa Dreihundert fünfzig Mark vom Sozialamt bekommen sollte.

Wo es dann geklärt war , setzten wir uns gemeinsam an einen Tisch und redeten ein bisschen über meine Suche nach Arbeit.

Im Laufe des Abends , trank sie dann noch zwei Dosen Bier.

Ich dachte , zum Glück ist es weniger geworden.

Vielleicht schmeckt ihr das Bier auch gar nicht mehr.

Aber in den nächsten Tagen ging es mir stetig schlechter irgendwie bekam ich schlecht Luft aber ich war nicht krank oder hatte Fieber.

Vieles musste ich für meine Mutter erledigen , ich hab auch den Haushalt gemacht.

Einkaufen war ich meist alleine und oftmals habe ich einfach vergessen Bier oder Korn zu kaufen.

Aber dann musste ich meist ein zweites mal zum Laden.

Sie trank jetzt zwar etwas kontrollierter aber die Angst war immer noch da.

Ich fühlte mich total im abseits …ich kompensierte meine Angst und meine Wut die meist zeitgleich hoch kam mit Bissen in den Handrücken so tief das man schon das Rot des Fleisches sehen konnte.

Manchmal entzündete sich die offene Wunde …ich konnte mich in meiner Anspannung kaum beruhigen ich war völlig am Ende meiner Kräfte aber im meinem Kiefer hatte ich noch genug kraft um mir so viele Schmerzen zuzufügen das ich den anderen Kummer für einen kurzen Moment unterdrücken konnte.

So dachte ich , wenn das immer so weiter gehen soll – wie soll ich das schaffen …

Es tut mir im Herzen weh. Ich stand völlig neben mir.

Ich war doch erst noch das Kind das keine richtige Kindheit hatte.

Was sollte nun bloß mit mir geschehen.

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