Mein Leben

Die frühen Kindheitserinnerungen

Als ich etwa vier Jahre alt war , und die Diagnose Asthma Bronchiale feststand durfte ich mit meiner Mutter zur Kur nach Wangerooge , ganze vier Wochen lang.

Das war der erste und vorerst einzigste Urlaub am Meer den ich hatte.

Leider kann ich mich nur noch an Bruchstücke erinnern, es gibt auch noch ein Foto aus der Zeit als wir auf dem Zimmer waren, auf einen Sessel saß meine Mutter und mich auf den Schoß hatte.

Ich kann mich noch daran erinnern das ich auch in diesen Vier Wochen Krank wurde, ich hatte es aber diesmal mit dem Magen.

Ich bekam sogar Cola und Salzstangen weil ich oft erbrochen habe.

Ich kann mich auch erinnern das Mama dort auch mal etwas getrunken hatte, jedoch war es nicht so schlimm das es mir jetzt besonders aufgefallen war, oder es lag daran das ich einfach noch zu klein war und alles nicht so Bewusst mitbekommen habe.

Als wir wieder Zuhause waren , musste ich mit meiner Mutter zum Augenarzt es war ein sehr netter älterer Mann der immer einen witzigen Spruch auf Lager hatte.

Ich sollte ein Pflaster auf dem linken Auge tragen , da ich kaum Sehleistung darauf hatte.

Das ich von Geburt an ein schielendes Auge hatte , machte mir kaum etwas aus

Mein Rechtes Auge war noch Gesund hatte zwar keine volle Sehleistung aber übernahm viel vom linken Auge. So sah ich fast so gut wie jemand mit zwei Augen.

Manchmal wurde mir schwindelig , man dachte zuerst es käme von den Augen jedoch hatte dies wohl einen anderen Hintergrund.

Irgendwann in diesem Jahr verstarb dann mein Opa , Für meine Oma und meine Mutter muss das der schlimmste Tag in diesem Jahr gewesen sein. Mein Opa war ein lieber älterer Herr mit einer kleinen Glatze. So habe ich ihn noch in Erinnerung,

Ich weiß noch als wir auf einem Geburtstag zusammen saßen und die Ganze Familie

ich saß auf Opas Schoß und streichelte ihm seine Glatze. Soweit ich von mir selbst sagen kann war ich immer ein sehr offenes und hilfsbereites Kind , das immer nett und lieb war. Ich habe gerne Scherze gemacht und war Lustig und manchmal brachte ich auch alles durcheinander , aber ich war Lebenslustig und das spürte man überall wem ich auch begegnete.

Wenn ich meine Oma besuchte , bin ich im ganzen Dorf spazieren gegangen und habe Leute besucht die mich damals gut kannten , ich glaube heute würde mich kaum jemand wieder erkennen und viele davon Leben auch schon nicht mehr.

Oder ich schob einen Puppenwagen vor mich her und war Stolz wie Oskar.

Meine Mutter musste immer über mich lächeln , aus Freude wenn ich wieder zurück kam, was für ein Aufgeschlossenes und Resolutes Kind hat Oma gesagt.

Aber als Opa starb sah es erst ganz Finster aus , meine Oma und meine Mutter sind nicht zur Beerdigung mit gewesen, meine Oma hatte wieder ihre starken Depressionen , die sie auch schon mal vor Jahren zuvor hatte.

Und Mama blieb als einzige dann bei Oma

Ich ging mit meiner Patentante mit , einige Munkelten darüber ob es gut sei das ich mit käme zur Beerdigung , als wenn es eventuell in späteren Jahren in mir einen Knacks auslösen würde?

Dazu muss ich sagen , nein hat es nicht – ich habe schlimmeres erlebt woher ich einen Knacks haben könnte …aber nicht von der Beerdigung.

Ich schreibe mein Blog so als würde ich dir gegenüber sitzen und dir meine Geschichte erzählen.

Ich finde es ist wichtig alles aufzuschreiben , ich bin kein Lyriker oder ein Bestseller Autor , ich schreibe so wie es mir in Erinnerung geblieben ist.

So wie ich denke und wie ich fühle.

Mit all dem Schmerz und der Hoffnung das dass schreiben auch mir hilft und ich würde jedem dieses ans Herz legen das auch zu tun.

Manchmal ist dies ein Weg wenn man keinen anderen findet.

Meine Oma kam nun oft zu uns Nach Hause und blieb manchmal auch über Nacht.

Ich hab mich immer sehr gefreut wenn sie kam. Ich konnte alles mit ihr machen , spazieren gehen , spielen oder einfach nur ganz feste Knuddeln.

Meine Oma war so etwas wie mein Vater in , Weiblicher Form. Ein Vater den ich nicht kannte und auch nicht hatte.

Aber Oma war ja da , das machte alles wieder gut.

Ich war immer sehr traurig wenn Oma wieder zurück nach Hause fuhr,

wir haben Oma noch bis zum Bahnhof begleitet , als der Zug abfuhr gingen wir wieder zurück , auf dem Heimweg kehrte meine Mutter dann noch bei Aldi ein, und kaufte ein paar Lebensmittel , ein Stempelspiel , Eine Flasche klaren Korn und ein paar Dosen Bier und Zigaretten.

Ich sah überhaupt nicht gerne was sie kaufte und wollte die Flache Korn zurück bringen , aber meine Mutter hielt mich an der Hand fest und sagte „ Die lässt du da drin, ich brauche die“

Ich war Traurig und zog ein mürrisches Gesicht , das was meine Mutter überhaupt nicht leiden konnte. Sie wurde dann meist auch immer Wütend auf mich.

Anstatt wir dann nach Hause gingen, kehrten wir noch nebenan in einer kleinen Kneipe ein , Der Wirt mit seiner Frau machte auch gutes Essen. Also man kann sagen es war eine Grillstube keine Direkte Kneipe: Ich bekam eine Pommes und meine Mutter bestellte sich ein Bier.

Irgendwann setzte sich ein Mann zu ihr an unserem Tisch , der zuvor an der Theke saß. Er lud sie auch auf einen Korn und noch ein Bier ein.

Ich quengelte ich wollte nach Hause , ich fühlte mich total überflüssig dort.

Aber sie redeten nur unentwegt, ohne mich zu beachten , weiter.

Irgendwann fragte ich meine Mutter ob ich das Stempelspiel haben dürfte, da sagte meine Mutter das dies nicht für mich bestimmt sei , sondern für meine Cousine die bald Geburtstag hat. Ich wäre noch zu klein dafür , da ging es um Zahlen und Buchstaben.

Aber mir war so langweilig und irgendwas wollte ich machen damit ich mir das Gerede und trinken meiner Mutter nicht ansehen und hören musste.

Ich schien ihr wohl auf den Nerv zu gehen und somit gab sie mir das Stempelspiel

In dem Moment war ich zumindest etwas froh mich ablenken zu können.

Bestimmt vergingen so Zwei bis Drei Stunden als ich dann mit meiner Mutter wieder nach Hause ging. Ich weiß nicht mehr was dann noch den Tag geschah.

Jedenfalls war das der Anfang einer Schlimmen Zeit , denn dieser Kerl den sie in der Grillstube kennenlernte kam nun öfter und sie tranken auch zusammen.

Das gefiel mir überhaupt nicht.

Oft wurde ich dann Launisch und auch sehr Traurig , so langsam war das Lebenslustige Kind das Traurige Kind geworden.

Diese Beziehung , wo meine Mutter heute sagt das dies keine Richtige war hielt gut Zehn Jahre , mit Pausen drin.

Diese Pausen waren wenn sie beide sich gestritten haben , einmal kam es auch zu einer Handgreiflichkeit , aber dazu komme ich später noch.

Meine Mutter muss wohl so erst richtig in den Sumpf des Alkohols gefallen sein.

Manchmal erkannte ich sie kaum wieder , dann war sie so furchtbar lieb und im nächsten Moment total Jähzornig und Wütend.

Das hat mich immer umgehauen , ich bin dann meist in mein Zimmer gegangen und habe dann mit meinen Barbies oder Puppen gespielt.

Ich habe aber nie groß etwas gesagt , auch nicht meiner Oma gegenüber. Ich sollte ja auch nichts sagen. Immer schön die Klappe halten.

Doch in dem Viertel wo wir wohnten , wusste fast jeder Bescheid und jeder der ebenso Trank wie meine Mutter fand bei ihr die Zusammengehörigkeit und meine Mutter wiederum bei denen.

Ich mochte es überhaupt nicht wenn für mich Wildfremde Menschen in unserer Wohnung bis Nachts oder bis fast in der Frühe herum lungerten.

Manchmal verirrten sich die Gäste , in der Tür dann kamen die einfach ins Schlafzimmer. Aber anstatt die Tür gleich zuzumachen und zur Toilette zu gehen musste sich fast jeder erst mal an mein Bett setzen und mir übers Köpfchen streicheln.

Manche fingen an zu heulen , manche schlossen auch sofort wieder die Tür.

Nur einer mit so einem ganz strengen und aufdringlichen Geruch setzte sich jedes mal an mein Bett und hatte immer die Tür im Auge.

Eines Nachts kam dieser dann auch wieder , ich fragte wo ist meine Mama – deine Mama schläft schon.

Er griff mit seiner Hand unter meine Decke und ich sagte laut ich will nicht das du mit deinen Fingern unter meiner Decke gehst. Bleib weg von mir.

Er hörte aber nicht.

Ich schrie nun fast , und er glitt weiter mit der Hand unter der Decke an meine Beine. Und hielt mir mit der anderen Hand den Mund zu.

Ich versuchte mich zu wehren. Aber ich war zu klein und zu schwach , in dem Moment ging die Schlafzimmer Tür weit auf und er nahm seine Hände blitzschnell und legte sie sich auf seinem Schoß.

Was suchst du bei meinem Kind“ Ich möchte das du jetzt gehst – ich bin Müde.

Er ging auch , und kam lange Zeit nicht wieder.

Meine Mutter habe ich nichts davon gesagt , ich hatte Angst das sie mir das nicht glauben wird. Oder das sie mich ausschimpft das ich das nur sagen würde damit diese Kerle nicht mehr zum Saufen kommen.

So verging Tag um Tag , mal war ich Krank dann wieder im Krankenhaus oft wegen Doppelter Lungenentzündung über vierzig Fieber ,

Manchmal hatte ich sonderbare Magenkrämpfe und musste einfach so erbrechen.

Manchmal trank Mama sehr viel und dann wieder mal weniger.

Mal war sie alleine und mal war ihr Freund da, dann sind wir zusammen zur Kneipe gegenüber und haben dort ein paar Stunden verbracht.

Nur wenn wir nach Oma fuhren , oder Oma zu uns kam hatte ich ein bisschen Hoffnung das Mama mal nichts trank.

Mein reden half ja auch nichts , um so mehr ich sie anbettelte das sie nicht trinken sollte um so mehr hatte ich das Gefühl tat sie dies.

Aus Trotz oder puren Egoismus ich weiß es nicht.

Bald schon sollten die Vorbereitungen für meine Einschulung sein …

Ich war schon sehr gespannt was mich dann dort wohl erwarten würde, zunächst ging ich ja erst ab und an noch in den Kindergarten wenn ich nicht gerade Krank war oder meine Mama soviel getrunken hatte das sie Morgens nicht gleich Super fit war.

Noch war es ja kein Zwang in den Kindergarten zu gehen, aber wenn ich hin ging dann auch gerne.

In den ersten Jahren putzte meine Mutter ja auch zwei mal in der Woche Regelmäßig bei einer älteren Frau als ich im Kindergarten war.

Aber lange hielt es meine Mutter dort nicht aus , weil die ältere Frau so Mürrisch gewesen sein soll.

Oder ob ihr das trinken dann doch wohl wichtiger gewesen war ?

Auch Oma hat dann Teilweise mal etwas mitbekommen , das Mama mal ein Glas Zuviel trank. Mama sagte nur , das Oma – das ja nicht kennen würde da Oma noch nie etwas in ihrem Leben getrunken hätte.

Aber wenn Oma, Mama darauf ansprach wurde sie auch immer gleich total wütend je nach dem wie viel sie an dem Tag schon Intus hatte.

Tag ein Tag aus , fast das gleiche Spiel – Tage an denen man total vorsichtig sein musste was man sagte , wie man sich gab. Am besten war wenn ich in mein Zimmer ging und mich gar nicht mehr blicken lassen habe.

Manchmal kam meine Mutter auch ins Zimmer und war auf einmal wieder total lieb und nett. Wenn aber dann die Frage kam „ Kannst du mal zum Laden gehen“ Wusste ich schon genau Bescheid. Nun ich wusste ja was auf mich zukam wenn ich es nicht tat. So ging ich mit zwei Tüten vom Aldi zum Tante Emma Laden , Meine Mutter hat schon bevor sie mich fragte dort in dem Laden angerufen und gesagt was ich denn kaufen sollte. Niemand kam auf die Idee mir das zu verweigern was ich für meine Mutter anschreiben lassen sollte, sie würde erst am nächsten ersten zahlen können. Aber sie kannte ja den Geschäftsinhaber.

Ich dachte okay vielleicht darf ich mir ja auch noch was aussuchen, aber Pustekuchen.

Der Herr Biele , so hieß der Geschäftsführer gab mir eine Tasche mit die schon in einer Ecke in dem Landen stand , vor der Türe zum Büro.

Als ich hinein sah bekam ich den größten schrecken aller Zeiten und ich wusste mit meinen noch nicht mal Sechs Jahren wie ich das nach Hause schleppen sollte , da hat sich keiner für interessiert.

Zwei Große Flaschen Klaren Korn und Sechs halbe Liter Dosen Bier, 100Gramm Butterkäse Aufschnitt und natürlich eine Schachtel Lux Zigaretten.

%d Bloggern gefällt das: