Mein Leben

Schwelgen…

Ich habe heute in alte Tagebücher gelesen.
Sie handeln von meiner schlimmsten Zeit, die in etwa so wahr wie von Amy Winehouse.
Ich war damals auch so derart auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit.
Mein Vater hat mich verlassen, bevor ich geboren wurde.
Und meine Mutter Trank in der Schwangerschaft.
Bis zum Jahr 2012.
Mein Leben war ein einziger Kampf.
Ich wurde ausgenutzt und für alles bestraft was ich tat oder nicht tat.
Heute wurde mir klar dass ich mich zwar verändert habe und auch genauso die Liebe brauche, aber heute juckt es mich nicht mehr was Menschen über mich sagen oder denken.
Die Zeit hat mich gelehrt mich von Menschen zu distanzieren die mich nur unten auf den Boden sehen wollten.
Ich habe sicher noch einige Verhaltensmuster, die ich früher auch schon hatte, ich werde diese auch nicht los, aber das macht mich nun mal zu dem Menschen der ich bin.
Ich möchte auch kein anderer sein.
In den letzten Wochen und Monaten habe ich wieder ein paar traumatische Erfahrungen machen müssen.
Ich bin zurzeit ganz unten.
Morgen wird mein Mann operiert und ich weiß nicht, wie es dann weitergeht.
Ich habe Angst vor der Zukunft, Angst davor, ob meine Erkrankung sich weiterhin in Schuss halten wird.
Und letztendlich was aus mir wird.
Damals hatte ich keine Perspektive.
Ich betäubte meine ganzen Gefühle in Alkohol und zerstörte mich.
Der Selbthass und die Wut auf mich selbst wuchs ins unermessliche.
Und auch als ich heiratete wurde es nicht besser.
Man fügte mir schmerzen zu die ich bis heute nicht ganz überwunden habe.
Aber diese Wilde Zeit damals kam dann irgendwann nicht mehr zurück.
Zuerst hat sie mir schrecklich gefehlt.
Ich habe meine Freunde und meine Ex Freunde vermisst.
Das Leben zog an mir vorbei und ich schloss mich dann ein.
Isolierte mich, bekam Ängste und Panikattacken.
Nun geht zwar alles geregelte Bahnen, aber ich fühl mich, als ob ich innerlich nicht mehr da wäre.
Ich habe momentan sogar Angst älter zu werden.
Dabei ist es mein sehnlichster Wunsch noch einmal richtig lebendig Leben zu dürfen.
Aber jeden Tag fällt es mir schwer mich darauf einzulassen.
Da ich unzählige Schmerzen haben, die mich deprimieren, und ich mit wenig Geld uns gut über die Runden bringe.
Wir bekommen keine Unterstützung von Ämtern oder Jobcentern.
Wir können uns nicht viel leisten.
Es gibt nun mal kein Kino besuche oder andere Ausflüge.
Aber mir fehlt es nicht so sehr, da ich es seit Kindheit an gewohnt bin.
Ich musste mit 27 Jahren mit 40 Euro im Monat auskommen. Und ja ich habe es geschafft.
Deswegen versteh ich heute nicht die jungen Erwachsenen, die so viel vom Leben erwarten und selbst nichts dafür tun wollen.
Ich selbst habe Klos geputzt, den älteren Menschen den Hintern abgeputzt und bald 10 Stunden am Tag gearbeitet und musste dann noch zuhause alles putzen.
Manchmal ging es sogar ohne Essen ins Bett.
Also wenn ich so drüber nachdenke, habe ich viel getan was ich eben konnte.
Und mir bedeutet es absolut nichts Reich zu sein.
Das wichtigste ist meine Familie, mein Mann und die Gesundheit.
Wenn man diese Dinge besitzt, ist man die Reichste Frau oder der Reichste Mann der Welt.
Was nützt alles Materielle, wenn man sowieso eines Tages gehen muss.
Man lässt hier alles zurück.
Freue ich mich doch viel mehr darüber Ruhe und Besinnlichkeit zuzulassen, achtsam zu leben und dankbar dafür zu sein was man hat.

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